Das bescheidene Selbstbild der Deutschen

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Sechs wichtige Persönlichkeitsmerkale sehen Deutsche bei sich weniger ausgeprägt als Amerikaner, aber mehr als in Asien.

Schon lange gelten Briten als eher zurückhaltend und reserviert, während Amerikaner dem Klischee nach extrovertierte und von überbordendem Selbstvertrauen beseelt sind. Ob sie das jeweils aus gutem Grund sind, ist unklar. Aber eine internationale YouGov-Studie zeigt, dass manche Klischees nicht von ungefähr kommen.

YouGov hat Menschen in acht Ländern in Europa, Nordamerika und Asien gebeten, sich selbst in fünf Merkmalen zu bewerten.

Dabei ist der Anteil der Befragten, die sich als „sehr“ freundlich, diszipliniert, intelligent, selbstbewusst, lustig und gutaussehend einschätzt, ist in den USA höher als in allen anderen Ländern. In Großbritannien und Deutschland ist deren Anteil wesentlich niedriger als in Amerika - aber wesentlich höher als in vielen asiatischen Ländern.

Hierzulande hält sich knapp die Hälfte (45 Prozent) für sehr freundlich (USA: 60 Prozent, Hong Kong: 34 Prozent), und nur 6 Prozent der Befragten in Deutschland halten sich für sehr gutaussehend (USA: 15 Prozent, Hong Kong: 7 Prozent).

Dabei gibt es auch innerhalb Deutschlands Unterschiede. So halten sich Über-55-Jährige zum Beispiel eher (28 Prozent) für sehr diszipliniert als jüngere Altersgruppen (18- bis 24-Jährige: 16 Prozent), während sich die jungen Erwachsenen häufiger (11 Prozent) als sehr gutaussehend bezeichnen als Menschen über 55 Jahren (4 Prozent).

In einer früheren Umfrage hatte YouGov festgestellt, dass mehr als die Häfte der Amerikaner (55 Prozent) glaubt, sie seien intelligenter als der Durchschnitt, in Großbritannien glauben dies 47 Prozent.

In Deutschland wurden auf Basis des YouGov Omnibus 1030 Personen im Zeitraum vom 31.03. bis 3.04.2015 repräsentativ befragt.

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