Eurokrise: Deutsche Staatshilfen aus nationalem Eigennutz

Eurokrise: Deutsche Staatshilfen aus nationalem Eigennutz

Die Mehrheit der Abgeordneten (77 Prozent) der Bundesrepublik hält die deutsche Großzügigkeit in Bezug auf deutsche Hilfen in der Schuldenkrise aus eigenem (deutschem) Interesse für gerechtfertigt – ein Argument, das von den Bürgern deutlich seltener geteilt wird (42 Prozent). Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie von YouGov und der Wissenschaftsstiftung Change Centre.

Insbesondere die Abgeordneten des linken Spektrums heben dieses nationale Interesse deutlich hervor (SPD 90 Prozent, B90/Grüne 82 Prozent, Die Linke 74 Prozent), aber gerade knapp die Hälfte ihrer jeweiligen Wähler befürwortet diesen Gedanken.

Vielmehr halten die Bürger - über alle Altersgruppen hinweg – die Hilfen für Griechenland und andere Schuldenstaaten für durchaus gerechtfertigt – aber nur unter der Voraussetzung, dass eben auch kontrolliert wird, was mit den Finanztransfers tatsächlich passiert. So ist ein Drittel der Bürger der Meinung, dass die Hilfen vor allem dann keinen Sinn machen, wenn sie in erster Linie an Banken und eben nicht an die bedürftigen Menschen gehen – eine Haltung, die beispielsweise von den Abgeordneten der CDU (acht Prozent) und der FDP (zwölf Prozent) überhaupt nicht so wahrgenommen wird.

Für die repräsentative Studie wurden im Juni und Juli rund 1.000 Bundesbürger und rund 1.000 Abgeordnete auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene befragt.

Die vollständige Pressemitteilung finden sie hier.

Bild: dpa

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