Keine Mehrheit für EU-Austritt in Deutschland und anderen Ländern

Keine Mehrheit für EU-Austritt in Deutschland und anderen Ländern
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Zum 25. Geburtstag der Europäischen Union zeigt eine YouGov-Analyse, dass es derzeit besonders in Deutschland keine Mehrheit für einen EU-Austritt gibt.

Am 7. Februar 1992 wurde der Vertrag von Maastricht unterschrieben. Das Vertragswerk gründete die Europäische Union, wie wir sie heute kennen. Diese ist in den letzten zwei Jahren in die Krise geraten, das Noch-Mitgliedsland Großbritannien wird die EU verlassen. Doch hierzulande und in allen anderen von uns untersuchten Ländern gibt es aktuell keine Mehrheit für einen EU-Austritt, wenn bei einem Referendum, wie im vergangenen Jahr in Großbritannien abgestimmt werden würde. 

Das ist das Ergebnis einer aktuellen YouGov-Umfrage, für die im Rahmen des YouGov Eurotrack insgesamt rund 8000 Menschen in sieben europäischen Ländern befragt wurden. 

Demnach würden in Deutschland aktuell sechs von zehn Deutschen (60 Prozent) für einen Verbleib in der Europäischen Union stimmen. Rund ein Viertel (26 Prozent) würde sich für einen EU-Austritt aussprechen. 6 Prozent sagen, dass sie nicht wählen würden und 9 Prozent geben „Weiß nicht“ an. Damit ist die Zustimmung zur EU-Mitgliedschaft in Deutschland am höchsten. Und dies hat sich, wie die Grafik zeigt, auch in den letzten Monaten und Jahren nicht wesentlich geändert.

Relativ konstante Zustimmung

Seit fünf Jahren, seit Februar 2012, erhebt YouGov monatlich die Frage zur EU-Mitgliedschaft. Seitdem pendelt der Netto-Zustimmungswert zur EU-Mitgliedschaft in Deutschland – also die Summer derer, die für den Verbleib stimmen würden, minus derjenigen, die bei einem Referendum für den Austritt votieren würden – um die Marke von +30. In nur 4 Monaten seit dem Februar 2012 lag der Nettowert bei weniger als +20 (Klicken Sie auf die Grafik für eine höhere Auflösung).

YouGov EuroTrack EU Mitgliedschaft Europäische Union Austritt

Ähnlich hoch wie in Deutschland ist die Zustimmung zur EU-Mitgliedschaft aktuell in Dänemark (59 Prozent). In Schweden und Finnland würden 51 bzw. 50 Prozent der Befragten für den Verbleib in der Europäischen Union stimmen. In allen drei skandinavischen Ländern würden etwas weniger als ein Drittel der Befragten für den Austritt stimmen. In Frankreich – wo die Frage zuletzt im Dezember 2016 erhoben wurde – würden 45 Prozent der Befragten für den EU-Verbleib votieren, 33 Prozent der Franzosen würden für ein Ausscheiden ihres Landes aus der EU stimmen.

Mehr Bewegung in der EU-Frage in anderen Ländern

In Frankreich und bei den skandinavischen EU-Mitgliedern war die Meinung der Öffentlichkeit zur EU in den letzten Jahren etwas weniger gleichbleibend. Trotzdem gab es fast immer eine Mehrheit für den EU-Verbleib (Klicken Sie auf die Grafik für eine höhere Auflösung).

YouGov EuroTrack EU Mitgliedschaft Europäische Union Austritt 7 Länder

Nur im Dezember 2013 hätte in Frankreich eine knappe Mehrheit von einem Prozent für den EU-Austritt der Grande Nation gestimmt, in allen anderen Monaten war der Netto-Zustimmungswert positiv. In Schweden gab es in seit dem Februar 2012 in fünf Monaten einen negativen Netto-Zustimmungswert, doch im letzten Jahr ist die Zustimmung dort wieder deutlich angestiegen.

Im Brexit-Land Großbritannien ist die Stimmung zum EU-Verbleib ebenfalls weitgehend unverändert mit annähernd gleich großen Lagern, die für "Remain" oder "Leave" stimmen würden. Aktuell würde eine knappe Mehrheit von einem Prozent (44 zu 43 Prozent) bei einem erneuten Referendum für den Austritt stimmen. Nur in Norwegen, das lediglich mit der Europäischen Union assoziiert ist, gibt es eine klare Mehrheit für einen hypothetischen Austritt aus der EU.


Für den aktuellen YouGov Eurotrack wurden insgesamt 8240 Personen vom 19. bis 24. Januar 2017 in sechs EU- und einem Nicht-EU-Land repräsentativ befragt: 1643 Briten, 2075 Deutsche, 1001 Franzosen (Dezember 2016), 1023 Dänen, 1033 Schweden, 967 Finnen und 540 NorwegerIn Deutschland wurde die Befragung im Rahmen des YouGov Omnibus durchgeführt.

Foto: Daniel Leal-Olivas/PA Archive/PA Images

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