EU-Beitritt: Ablehnung für die Türkei sogar höher als für Russland

EU-Beitritt: Ablehnung für die Türkei sogar höher als für Russland
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Laut dem aktuellen YouGov Eurotrack ist die Türkei über alle Länder hinweg das Land, von dem die meisten Menschen denken, dass der Beitritt zur EU abgelehnt werden sollte.

Derzeit zeigt sich eine immense Ablehnung vieler Länder bezüglich eines möglichen Beitritts der Türkei in die EU. Mit dem derzeitigen Einfluss, den die Türkei auf das Weltgeschehen hat, ist es nicht schwer zu verstehen, warum nur wenige Personen einen EU-Beitritt der Türkei befürworten. In keinem der befragten EU Länder sagen mehr als zwei Prozent der Menschen, dass die Türkei positiv auf die Welt einwirkt. Interessant ist hier, dass die Briten mit zwei Dritteln (67 Prozent) im Vergleich zu anderen EU Staaten (73 bis 86 Prozent) die geringste Ablehnung gegen die Türkei als potenzielles EU-Mitglied haben. Das zeigen aktuelle Daten des YouGov Eurotrack.


Der Umfrage zufolge gibt es lediglich ein Land, das in der EU begrüßt werden würde: Island. Eine große Mehrheit befürwortet den Beitritt des Inselstaates. Alle anderen abgefragten Länder wurden eher abgelehnt als befürwortet, mit einer Ausnahme von Serbien, das von Schweden eher Zuspruch erhält (6 Prozent).
Sogar Russland, das seit 2014 mit der Ukraine eine bewaffnete Auseinandersetzung führt und das Regime von Assad unterstützt, ist willkommener als die Türkei. Tatsächlich glaubt jeder fünfte Deutsche (18 Prozent) und Franzose (19 Prozent), dass es Russland erlaubt sein sollte in die EU beizutreten. Russland ist somit beliebter als der derzeitige offizielle EU-Mitgliedschaftskandidat Albanien (15 Prozent).


Das schlechte Abschneiden der Türkei hängt vermutlich damit zusammen, dass die Befragung unmittelbar nach dem gescheiterten Putsch am 15. Juli durchgeführt wurde.

Für den aktuellen YouGov Eurotrack wurden insgesamt 8513 Personen vom 20. Juli bis 27. Juli 2016 in sechs EU- und einem Nicht-EU-Land repräsentativ befragt: 1673 Briten, 2062 Deutsche, 1007 Franzosen, 1042 Dänen, 1017 Schweden, 998 Finnen und 714 Norweger. In Deutschland wurde die Befragung im Rahmen des YouGov Omnibus durchgeführt.

Bild: dpa

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