Großbritannien mit Brexit-Abkommen auf Kollisionskurs

Großbritannien mit Brexit-Abkommen auf Kollisionskurs
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Die Briten wollen freien Handel, aber keine Freizügigkeit. Die Deutschen und Franzosen wollen beides. Etwas wird es geben müssen.

Die Aussicht auf einen Brexit, wie ihn sich die Briten vorstellen, scheint immer mehr in weite Ferne zu rücken, wie die Ergebnisse aus dem aktuellen YouGov Eurotrack zeigen. Die Anzahl der Menschen in Deutschland und Frankreich, die das Freihandelsabkommen ohne Freizügigkeit von Großbritannien mit der EU befürworten, ist unverändert geblieben.

Nur neun Prozent der Deutschen und elf Prozent der Franzosen befürworten ein solches Abkommen und stehen somit in einem starken Kontrast zu den Wünschen der britischen Öffentlichkeit, in der 42 Prozent dieses Abkommen befürworten.

Schlimmer ist die Tatsache, dass es bedeutende Minderheiten der französischen und deutschen Bevölkerung gibt, die weiterhin wollen, dass die EU kein Freihandelsabkommen mit Großbritannien eingeht. Ein Viertel der Deutschen (25 Prozent) und der Franzosen (26 Prozent) teilt diese Meinung. Die häufigste Antwort (von 44 bis 56 Prozent) der Befragten unter den EU Ländern ist ein Freihandelsabkommen im Gegenzug zur Freizügigkeit.

Lediglich 31 sowie 26 Prozent der Deutschen und Franzosen sind der Meinung, die EU sollte Großbritannien ein großzügiges Abkommen anbieten. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der französischen als auch deutschen Bevölkerung, zieht das Gegenteil vor.



Durch Angela Merkels und Francois Hollandes Wahlen im nächsten Jahr, wird die öffentliche Meinung sowohl in Frankreich, als auch Deutschland wahrscheinlich einen großen Einfluss auf die Art des Abkommens haben, auf das Großbritannien hoffen kann. Dies werden wahrscheinlich schlechte Nachrichten für Großbritannien sein.

Die Wahrnehmungen der Zukunft der Europäischen Union bleiben auf ganzer Linie getrübt. In allen Ländern bestehen Mehrheiten, die pessimistisch in die Zukunft der EU blicken. Ironischerweise ist das einzige Land mit dem Glauben, dass sich die Aussichten der EU merklich verbessert haben, Großbritannien. Im Vergleich zur Juni-Befragung steigt der Optimismus von 25 auf 30 Prozent. 53 Prozent blicken negativ in die Zukunft der EU (im Juni 60 Prozent). Die französische Bevölkerung bleibt die am meisten negativ gestimmte, mit 64 Prozent pessimistischen und 29 Prozent optimistischen Ergebnissen.

Trotz der Abneigung scheint der Brexit auf die übrigen befragten Länder keinen negativen Einfluss auf den eigenen Verbleib in der EU zu haben. Alle EU Länder stimmen weiterhin mehrheitlich Zahlen zugunsten des Verbleibs. Das einzige Land, das einen erheblichen Unterschied aufweist, ist Dänemark, in dem die Stimme für das Verlassen der EU jetzt sechs Prozentpunkte höher ist als letzten Monat – wenngleich es immer noch bei schwachen 35 Prozent bleibt.

Für den aktuellen YouGov Eurotrack wurden insgesamt 8513 Personen vom 20. Juli bis 27. Juli 2016 in sechs EU- und einem Nicht-EU-Land repräsentativ befragt: 1673 Briten, 2062 Deutsche, 1007 Franzosen, 1042 Dänen, 1017 Schweden, 998 Finnen und 714 Norweger. In Deutschland wurde die Befragung im Rahmen des YouGov Omnibus durchgeführt.

Bild: dpa

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