Erfindungen: Das mobile 21. Jahrhundert

Erfindungen: Das mobile 21. Jahrhundert
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Die meisten Deutschen halten Smartphones für die bedeutendste Erfindung des 21. Jahrhunderts. Wikipedia landet auf Rang vier - auch wenn traditionellen Lexika mehr geglaubt wird.

Glaubt man dem Film „Zurück in die Zukunft“, würde es heute fliegende Autos geben, Schuhe, die sich selber schnüren und natürlich das Hoverboard. Stattdessen fand der technologische Fortschritt in den vergangenen 15 Jahren an anderen Stellen statt - was, ganz nebenbei, wohl im Sinne der meisten Menschen ist. Während es 2000 hierzulande knapp 50 Millionen Mobilfunkanschlüsse gab, sind es heute mehr als doppelt so viele – wobei heutige Smartphones natürlich auch noch deutlich mehr können als die damals benutzten Handys.

Und so verwundert es nicht, dass – trotz der zeitgleich voranschreitenden Verbesserung der restlichen Computertechnik und dem Siegeszug des Internets – das Smartphone für die Deutschen die bisher wichtigste Erfindung des 21. Jahrhunderts war. Das ist das Ergebnis einer aktuellen YouGov-Umfrage. Dabei wurden die Befragten gebeten, aus eine Liste von 23 Erfindungen bzw. Entwicklungen (plus „Sonstiges“) aus den letzten 15 Jahren jene 3 auszuwählen, die sie für die bedeutendsten halten.

Bei fast jedem zweiten Befragten landeten Smartphones in der Liste, während auf Platz drei eine verwandte Technologie landet: Jeder Dritte (32 Prozent) hält das mobile Internet (ohne das Smartphones relativ nutzlos wären) für besonders bedeutend, etwa genauso viele sagen dies über Navigationssysteme und –software.

Letztere sind dabei vor allem bei Älteren beliebt – mit 46 Prozent landen Navigationsgeräte bei den Über-55-Jährigen sogar auf dem ersten Platz, während sie es bei den 18- bis 24-Jährigen nicht einmal in die Top 5 schaffen: Lediglich 19 Prozent der Befragten in dieser Altersgruppe halten sie für besonders bedeutend, etwa gleichauf mit mobilen Messengern wie WhatsApp (20 Prozent).

% der Befragten in der jeweiligen Altersgruppe, die ... zu den drei wichtigsten Erfindungen zählen. Klicken Sie auf die oberste Zeile, um die Liste zu sortieren.

Wichtig bei den Jüngeren sind neben Smartphones und mobilem Internet vor allem bestimmte Internetseiten wie YouTube (20 Prozent) und besonders die freie Enzyklopädie Wikipedia (25 Prozent).

Wikipedia: Wichtig und (meist) richtig

Während es also bei der Wikipedia Altersunterschiede in der wahrgenommenen Wichtigkeit gibt, ist das Vertrauen in die Richtigkeit der Angaben generationsübergreifend gleich ausgeprägt. Das ist das Ergebnis einer weiteren YouGov-Umfrage aus der Vorwoche, die anlässlich des 15. Geburtstages des Online-Lexikons durchgeführt wurde.

Demnach haben insgesamt zwei von drei Befragten (66 Prozent) eher oder sehr großes Vertrauen in die Richtigkeit der Enzyklopädie, die von freiwilligen und teilweise anonymen Interessierten gepflegt wird. Dass dieses Vertrauen berechtigt ist, zeigen immer wieder Tests, in denen die Wikipedia regelmäßig renommierte Nachschlagewerke wie den Brockhaus schlägt. In der Wahrnehmung liegen die traditionellen Lexika allerdings noch vorne – 81 Prozent der Befragten sagen, dass ihr Vertrauen in die Richtigkeit der Angaben dort eher oder sehr groß ist.

Übrigens: Jeder vierte Deutsche kennt jemanden, über den es einen Wikipedia-Artikel gibt.

Die Umfrage zu den bedeutendsten Erfindungen wurde auch in Großbritannien durchgeführt – mit einigen anderen Auswahlmöglichkeiten, aber dem gleichen Sieger.

Zum Thema Erfindungen wurden auf Basis des YouGov Omnibus 1166 Personen im Zeitraum vom 19. bis 22. Januar 2016 repräsentativ befragt, zur Wikipedia 1291 Personen zwischen dem 15. und 19. Januar.

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