Knapp ein Drittel der Deutschen sieht Bundestagswahl als Wendepunkt

Knapp ein Drittel der Deutschen sieht Bundestagswahl als Wendepunkt
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YouGov hat im Anschluss an die Bundestagswahl im September 2021 eine Nachwahlbefragung durchgeführt

Ende September wurde in Deutschland ein neuer Bundestag gewählt. Nach Bekanntgabe der Ergebnisse wollte YouGov u.a. von den deutschen Wahlberechtigten wissen, mit welchen Emotionen die Ergebnisse aufgenommen wurden, wie leicht bzw. schwer den Wählerinnen und Wählern die Wahlentscheidung gefallen ist und ob die Wahl einen historischen Wendepunkt markiert.

Über die letztgenannte Frage herrscht Uneinigkeit unter den Befragten: Knapp ein Drittel (35 Prozent) ist überzeugt, dass die Wahl einen Wendepunkt für Deutschland darstellt, ein weiteres Drittel (32 Prozent) glaubt jedoch nicht daran. Unter denen, die denken, dass die Bundestagswahl 2021 einen Wendepunkt darstellt, sind sieben von zehn Befragten (71 Prozent) überzeugt, dass die Wende (eher) positiv verlaufen wird. Jeder Fünfte denkt, dass sie (eher) negativ wird (20 Prozent).

Bundestagswahl als Wendepunkt?

Einem Drittel ist die Wahl schwergefallen

Rund ein Drittel (34 Prozent) der wahlberechtigten Bundesbürgerinnen und Bundesbürger gibt an, dass ihnen die Wahlentscheidung bei der Bundestagswahl im September dieses Jahres (eher) schwergefallen sei. Vor allem Wählerinnen und Wähler, die sich schlussendlich für die CDU/CSU oder für die FDP entschieden haben, fiel die Entscheidung schwer (CDU/CSU-Wähler: 43 Prozent, FDP-Wähler: 41 Prozent).

(Eher) leicht fiel die Wahlentscheidung insgesamt 64 Prozent der Befragten. Am leichtesten fiel die Entscheidung dabei Wählern der AfD (79 Prozent) und der Grünen (71 Prozent). Grundsätzlich leichter fiel die Entscheidung auch männlichen Wählern: 71 Prozent geben an, die Entscheidung sei für sie leicht gewesen, wogegen nur 56 Prozent der Frauen diese Aussage teilen.

Mehrheit ist die Wahlentscheidung leicht gefallen

Ein Viertel empfindet Sorge nach Ergebnisbekanntgabe

Rund ein Viertel der Befragten (26 Prozent) gibt an, angesichts des Ergebnisses der Bundestagswahl 2021 Sorge verspürt zu haben. Knapp jeder Fünfte (18 Prozent) hat sich gefreut und etwas mehr als jeder Zehnte (12 Prozent) war überrascht oder verärgert (13 Prozent) über das Ergebnis.

Ein Viertel empfindet Sorge

Unter Wählern der CDU/CSU (35 Prozent), FDP (28 Prozent) und der Linken (40 Prozent) dominierte angesichts des Ergebnisses vor allem Sorge, bei SPD-Wählern hauptsächlich Freude (47 Prozent). Unter Grünen-Wählern wurde das Ergebnis mit gemischten Gefühlen aufgenommen – während knapp jeder Fünfte angab, sich gefreut zu haben (22 Prozent) oder überrascht gewesen zu sein (19 Prozent), verspürten 26 Prozent Sorge.

Freude am häufigsten unter SPD-Wählern

So blicken insgesamt auch nur 6 Prozent aller Befragten optimistisch in die Zukunft der deutschen Politik. 14 Prozent sind zumindest erwartungsvoll, und knapp jeder fünfte Befragte ist gespannt. 28 Prozent der Befragten geben an, dass sie besorgt in die Zukunft schauen. Die Besorgnis nimmt mit zunehmendem Alter zu: Während sich in der jüngsten Altersgruppe knapp ein Viertel (24 Prozent) besorgt zeigt, liegt der Anteil unter Befragten ab 50 Jahren bei knapp einem Drittel (50- bis 69-Jährige: 31 Prozent; 70 Jahre und älter: 33 Prozent).

Das ist das Ergebnis der YouGov-Nachwahlbefragung im Nachgang der Bundestagswahl 2021, für die 3.576 wahlberechtigte Umfrageteilnehmer zwischen dem 27.09. und 11.10.2021 befragt wurden.

Foto: Peter Gercke/dpa-Zentralbild/dpa

 

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