Europa-Studie: Einwanderung ist am häufigsten genannte nationale Sicherheitsbedrohung

Europa-Studie: Einwanderung ist am häufigsten genannte nationale Sicherheitsbedrohung
Von

Eine gemeinsame Studie von YouGov und dem European University Institute unter 13 EU-Mitgliedsstaaten und Großbritannien gibt Auskünfte über die europäische Meinung zur Verteidigung innerhalb der EU und die Sicht auf die NATO

Die Europäische Union und deren Zusammenhalt wurden durch den Brexit und die Corona-Krise in den letzten Monaten stark herausgefordert. YouGov hat die Bürger der EU sowie Großbritanniens nach deren Vertrauen in die militärische Stärke der EU und der einzelnen Staaten sowie nach den größten wahrgenommenen Sicherheitsbedrohungen für das eigene Land befragt. Die am häufigsten genannte Bedrohung in Sicherheits- und Verteidigungsfragen für die jeweiligen Länder ist für die europäischen Gesamtbefragten die Einwanderung (21 Prozent). Dies sagen die Griechen mit Abstand am häufigsten (64 Prozent). Auch unter den Deutschen ist Einwanderung die am häufigsten genannte Bedrohung für das eigene Land:  Ein Viertel (24 Prozent) macht diese Aussage. Der Klimawandel als Sicherheitsbedrohung belegt mit 17 Prozent aller europäischen Befragten Platz 2. Diese Antwort nennen die Polen (24 Prozent) im Ländervergleich am häufigsten, die Dänen (21 Prozent) am zweithäufigsten. Unter den Deutschen nennen 16 Prozent den Klimawandel als größte nationale Bedrohung. Terrorismus wird von 13 Prozent der Europäer genannt, von den Franzosen (23 Prozent) und Briten (21 Prozent) am häufigsten. Dies sind Ergebnisse einer YouGov-Umfrage vom April 2020.

Einwanderung ist größte Sicherheitsbedrohung

Deutsche und Schweden haben am wenigsten Vertrauen in ihre Regierungen, die Landesverteidigung zu verbessern

Die Umfrage zeigt weiter, dass die Hälfte der befragten Bürger in Europa (50 Prozent) Vertrauen in ihre jeweiligen Regierungen haben, die militärische Verteidigung des eigenen Landes zu verbessern. Die Schweden (34 Prozent) und die Deutschen (36 Prozent) haben im Vergleich das geringste Vertrauen. Am häufigsten vertrauen die Niederländer (64 Prozent), Griechen (61 Prozent) und Finnen (60 Prozent) auf ihre Regierungen, die eigene Landesverteidigung zu verbessern.

Deutsche und Schweden haben am wenigsten Vertrauen

Griechen haben in Verteidigungsfragen am seltensten Vertrauen in die EU

46 Prozent der befragten Europäer geben an, kein Vertrauen in die Europäische Union zu haben, wenn es darum geht, die militärische Verteidigung zu verbessern. Am häufigsten geben die Griechen (67 Prozent) fehlendes Vertrauen an, am zweithäufigsten die Schweden (54 Prozent). Es folgen die Deutschen mit 51 Prozent. Unter den europäischen Gesamtbefragten haben wiederum 40 Prozent Vertrauen in die EU in Verteidigungsfragen. Davon weisen sich die Litauer (57 Prozent) mit dem häufigsten Vertrauen aus, gefolgt von den Niederländern (51 Prozent).

Griechen am wenigsten Vertrauen in die EU

NATO von einem Fünftel als nicht wichtig in Verteidigungsfragen angesehen

Drei von fünf (59 Prozent) aller Befragten in Europa geben an, dass die NATO für die Verteidigung im eigenen Land wichtig sei. Ein Fünftel (21 Prozent) findet sie nicht wichtig. Am häufigsten geben die Griechen (43 Prozent) an, der NATO für die Verteidigung im eigenen Land keine Bedeutung beizumessen, am zweithäufigsten die Finnen (40 Prozent), gefolgt von den Franzosen (30 Prozent). Unter den Deutschen sagen 19 Prozent, die NATO in Verteidigungsfragen für das eigene Land nicht wichtig zu finden.

Für ein Fünftel ist NATO nicht wichtig in Verteidigungsfragen

 

Auf Basis des YouGov Omnibus wurden insgesamt 21.779 Befragte aus 13 EU-Mitgliedsstaaten und Großbritannien, davon 2.053 Deutsche, 2.151 Briten, 2.004 Schweden, 2.014 Dänen, 1.005 Finnen, 2.033 Franzosen, 1.007 Griechen, 1.032 Ungarn, 2.021 Italiener, 1.013 Litauer, 1.136 Niederländer, 1.012 Polen, 1.017 Rumänen und 2.281 Spanier zwischen dem 17. und 29. April 2020 mittels standardisierter Online-Interviews befragt. Die Ergebnisse sind gewichtet und repräsentativ für die jeweiligen Bevölkerungen ab 18 Jahren.

Foto: dpa

Bitte lesen Sie unsere Community-Regeln, bevor Sie posten.