Internationale COVID-19-Studie: Deutsche werden nachlässiger beim Schutz gegen Corona

Gemeinsam mit dem Imperial College London untersucht YouGov das Verhalten der Bevölkerung in 29 Nationen als Reaktion auf COVID-19

Köln, 12.05.2020. Die internationale Kooperation des Institute of Global Health Innovation (IGHI) des Imperial College London und YouGov zeigt, dass die Deutschen nachlässiger werden bezüglich der Einhaltung von Corona-Schutzmaßnahmen. Anfang Mai gibt knapp die Hälfte der Deutschen (47 Prozent) an, es generell zu vermeiden, das Haus zu verlassen. Noch vor einem Monat waren es 57 Prozent. Neben der nachlassenden Bereitwilligkeit, das Zuhause so wenig wie möglich zu verlassen, zeigen sich die Deutschen auch offener für Besuche. 7 von 10 Deutschen (72 Prozent) vermeiden es Anfang Mai, Besucher im eigenen Zuhause zu empfangen – im Vormonat waren es hingegen noch 8 von 10 (82 Prozent).

Bereitschaft zur freiwilligen Isolation zeigt rückläufigen Trend

Nur knapp zwei Drittel der Deutschen (63 Prozent) geben Anfang Mai an, dass sie sich freiwillig in Selbstisolation begeben würden, wenn sie sich krank fühlten oder Symptome wie trockenen Husten, Fieber, Verlust des Geschmacks- oder Geruchssinns, Atemnot oder Atembeschwerden hätten. Die Daten zeigen, dass diese Bereitschaft zur freiwilligen Selbstisolation innerhalb des letzten Monats stetig abgenommen hat. So lag sie Anfang April in Deutschland noch bei 73 Prozent. Andere Ländern zeigen ebenfalls einen rückläufigen Trend, aber unsere europäischen Nachbarn zeigen alle eine höhere Bereitschaft zur freiwilligen Isolation.

Empfohlene Isolation ebenfalls weniger akzeptiert

Mit Blick auf die untersuchten Länder zeigt sich allgemein auch ein Rückgang der Bereitschaft in der Bevölkerung, sich auf Empfehlung einer Gesundheitsbehörde oder medizinischen Fachpersonals für 7 Tage zu isolieren. Unter den europäischen Ländern ist diese Bereitschaft Anfang Mai in Deutschland am niedrigsten: Nur 75 Prozent der befragten Deutschen geben an, dass sie sehr oder eher bereit wären, sich selbst in Isolation zu begeben, wenn ihnen diese durch eine Gesundheitsbehörde oder medizinisches Fachpersonal empfohlen werden würde. Die größte Bereitschaft herrscht in Europa hierbei mit 91 Prozent unter Briten und Italienern.

„In dieser Zeit der Krise sind Offenheit und Transparenz wichtig, um zeitnahe, evidenzbasierte Entscheidungen von Regierungen und Gesundheitssystemen zu ermöglichen“, so Melanie Leis, Director der Big Data and Analytical Unit des IGHI. „Durch die Veröffentlichung unserer Daten und die daraus gewonnenen Erkenntnisse hoffen wir, dass diese Arbeit eine wichtige Rolle in den laufenden Strategieplanungen zur Bekämpfung dieser Pandemie spielen wird.“

Methode

Die Umfragedaten von bisher 86.342 befragten Personen aus 29 Ländern und Regionen stammen aus der Zusammenarbeit von YouGov und Experten des Institute of Global Health Innovation (IGHI). In bisher fünf Erhebungswellen wurden insgesamt 5.020 Deutsche befragt. Die 29 Länder umfassende Umfrage wurde entwickelt, um eine Verhaltensanalyse darüber zu liefern, wie die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen auf COVID-19 reagieren. Die Daten sind über ein IGHI-Dashboard öffentlich verfügbar und zugänglich. Um öffentliche Gesundheitsbehörden auf der ganzen Welt in Zeiten der Krise und bei der Bekämpfung der Krankheit zu unterstützen, werden die Daten Forschern auf der ganzen Welt kostenfrei zur Verfügung gestellt.

 

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