Zu früh oder überfällig? Wie die Deutschen zur Fortsetzung der Bundesliga stehen

Zu früh oder überfällig? Wie die Deutschen zur Fortsetzung der Bundesliga stehen
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Bundesliga-Gucken als Freizeitbeschäftigung: ab Samstag wieder möglich. Deutsche sehen den hohen Test-Bedarf zwar kritisch, freuen sich aber über die Ausstrahlung im Free-TV.

Zehn Wochen nach dem 25. Spieltag geht die Bundesligasaison am Samstag mit dem 26. Spieltag weiter. 46 Prozent der Deutschen halten zwar wenig davon, jetzt Geisterspiele zu veranstalten, aber für hartgesottene Fußballfans geht damit eine lange, ungeplante Durststrecke zu Ende. 34 Prozent der Bevölkerung begrüßen die Fortsetzung der Saison laut einer repräsentativen YouGov-Umfrage. Und so wie die Coronakrise auch anderswo Positives hervorgebracht hat, etwa mehr Offenheit von Arbeitgebern gegenüber Homeoffice, so könnte das auch im Fußball der Fall sein, zeigen unsere Daten.
Es hatte einiges an Hin und Her gegeben. Sicherheitskonzepte wurden erstellt und überarbeitet, und über Neustart-Termine gemutmaßt. Jetzt haben sich die Spieler in Quarantäne begeben und wurden schon mehrmals auf das Virus getestet. Rechtzeitig vor den Spielen sollen auch die Schiedsrichter getestet werden. Erst wenn negative Ergebnisse vorliegen sollen die Ansetzungen kurzfristig bekannt gegeben werden.

Das alles erfordert Woche für Woche viele Tests. Auch wenn die DFL dafür bezahlt – dass im großen Stil Testkapazitäten für die Bundesliga benötigt werden, sehen 58 Prozent der Deutschen kritisch. Zum Zeitpunkt der YouGov-Umfrage gingen wir von rund 20.000 benötigten Tests aus.

Ein Viertel der Fußball-Gucker hat Sky-Abo

Für viele Menschen in Deutschland bedeutet der Neustart auch, dass sie in einer Zeit, in der sie ein eingeschränktes Freizeitangebot vorfinden, einer wichtigen Beschäftigung wieder nachgehen können: Mehr als die Hälfte der Bevölkerung sieht sich normalerweise Sportübertragungen im Fernsehen an, wie unser Zielgruppen-Segmentierungs-Werkzeug YouGov Profiles zeigt. Rund zwei Drittel derjenigen, die Bundesliga-Fußball gucken, haben vor der Krise mehr als zwei Stunden pro Woche mit Sportübertragungen verbracht, zehn Prozent sogar mehr als fünf Stunden pro Woche.

Wichtig sind diese Stunden auch für Sponsoren und Werbetreibende, die sich jetzt freuen, ihre Logos und Produkte wieder in diesem Umfeld zeigen zu können. Nur als ein Beispiel ein Blick in die Kategorie „alkoholfreie Getränke“ in unserem Markenmonitor YouGov BrandIndex: Marken wie Gerolsteiner und Apollinaris, aber auch alkoholfreie Biere von Erdinger, Krombacher und Bitburger sind unter den Bundesliga-Zuschauern sicher nicht ohne Grund deutlich gefragter als im Bevölkerungsdurchschnitt. Und auch wenn nicht jede dieser Marken direkt aktiv im Fußball-Sponsoring oder näheren Umfeld ist, könnte ein Ausflug der Marken in die Werbeblöcke rund um den Fußball durchaus interessant sein.

Nicht zuletzt ist es auch für die Fernsehsender wichtig, dass es jetzt weitergeht. Daten aus YouGov-Profiles zeigen, dass 62 Prozent der Fußballzuschauer sich in der ARD Sportschau informieren, 49 Prozent beim Aktuellen Sportstudio im ZDF. Mehr als ein Viertel derjenigen, die sich für die Bundesliga interessieren und sich Fußball im Fernsehen angucken, nutzen ein Bundesliga-Paket von Sky, sieben Prozent Sky Tickets.

Kneipengucker können sich freuen

Zumindest die ersten beiden Spieltage der Saisonfortsetzung will Sky auf kostenlosen Kanälen zeigen. Ein Schritt, der in sozialen Medien vielfach begrüßt wurde und der sich in den nächsten Tagen sicherlich im Buzz von Sky niederschlagen wird, unserem BrandIndex-Sensor für die Positiv/Negativ-Wahrnehmung von Markennews. In unserer aktuellen Umfrage zeigte nur ein Viertel aller Befragten Unverständnis für die kostenlose Live-Übertragung von Geisterspielen. Vor allem die 16 Prozent der Bundesliga-interessierten Zuschauer, die vor Corona zum Fußballgucken in Kneipen gegangen sind, dürften sich über das Gratis-Angebot freuen.

Unklar ist noch, ob auch DAZN neben Highlights nach den Spielen weiter ganze Partien zeigen wird. Bisher haben 13 Prozent der Fußballgucker diesen Anbieter genutzt.

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