Hassrede im Netz ist vor allem für AfD-Wähler kein No-Go

Hassrede im Netz ist vor allem für AfD-Wähler kein No-Go
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Doch der Großteil der Deutschen ist sich einig: Auch, wenn Personen in der Öffentlichkeit stehen, müssen sie es nicht akzeptieren, dass sie im Internet beschimpft oder beleidigt werden.

Das Thema Hass im Netz ist so alt wie die sozialen Netzwerke. Jüngst kochte die Diskussion wieder heiß auf. Die Grünen-Politikerin Renate Künast ist aufgrund schwerwiegender Beleidigungen gegen sie auf Facebook vor Gericht gegangen. Das Gericht wertete die entsprechenden Kommentare jedoch nicht als Beschimpfung, sondern als (in diesem Fall und Kontext) legitime Meinungsäußerung, die öffentliche Personen hinnehmen müssen. Gepostet wurden die Bemerkungen unter einem mittlerweile gelöschten Beitrag des rechten Netzaktivisten Sven Liebich. Das Urteil löste heftige Kritik aus.

Für die Deutschen ist der Fall ziemlich klar: Gut zwei Drittel (69 Prozent) finden nicht, dass Personen des öffentlichen Lebens akzeptieren müssen, dass sie im Internet beschimpft oder beleidigt werden. 22 Prozent sind gegenteiliger Meinung. Das ist das Ergebnis einer aktuellen YouGov-Umfrage in Kooperation mit Statista.

Hassrede im Netz

AfD-Wähler finden Hass im Netz deutlich häufiger legitim als andere Wählergruppen

Die Wähler der Bundestagsparteien sind in dieser Frage sogar noch deutlicher auf der Seite der öffentlichen Personen, jeweils 74 bis 77 Prozent der Wähler aller Parteien. Mit einer Ausnahme: Die Wähler der AfD sind nur zu 43 Prozent der Meinung, dass öffentliche Personen ein Recht haben, von Hass im Netz verschont zu bleiben. 46 Prozent hingegen finden, dass Beschimpfungen und Beleidigungen im Internet hingenommen werden müssen.

Besonders Politiker und Aktivisten müssen Beleidigungen im Netz ertragen

Die Gruppe der Politiker ist jene Gruppe, die es nach Ansicht der Befragten am ehesten aushalten muss, im Internet beschimpft oder beleidigt zu werden. Ein Viertel (24 Prozent) der Deutschen sind dieser Meinung. Von den AfD-Wählern finden dies über die Hälfte (52 Prozent). Auf Platz zwei der Personengruppen, die nach Meinung der Bevölkerung am ehesten im Netz harte Kritik einstecken müssen, befinden sich Aktivisten und Influencer (jeweils 19 Prozent bei der Gesamtbevölkerung und 42 bzw. 32 Prozent der AfD-Wähler).

Auf Basis des YouGov Omnibus wurden 2.000 Personen in Deutschland ab 18 Jahren vom 27.09.-01.10.2019 repräsentativ befragt.

Foto: dpa

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