Das Wachstumspotential von Exchange Traded Funds ist groß

Das Wachstumspotential von Exchange Traded Funds ist groß
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Mit keinem anderen Finanzprodukt sind die Deutschen so zufrieden, wie mit ETFs. Eine aktuelle Studie zeigt, wie das Finanzprodukt der Zukunft im Vergleich zu anderen Geldanlagen abschneidet.  

In Finanzkreisen wird das Thema ETFs (kurz für Exchange Traded Funds) aktuell rauf und runter diskutiert. Die Geldanlageprodukte, die nach Vorbild eines bestimmen Index automatisiert zusammengesetzt und immer wieder aktualisiert werden, sind für Verbraucher zunehmend attraktiv. Parallel dazu nehmen Berichte zu, dass ETFs durchaus auch Gefahren für Anleger bergen. Doch können sich Banken und Finanzdienstleister darauf verlassen, dass die Drohkulisse um ETFs dazu führen wird, dass diese schon wieder alleine vom Markt verschwinden?

Nein, vielmehr sollten klassische Anbieter von Finanzdienstleitungen in erster Linie wissen, wie Konsumenten dem Thema ETFs gegenüberstehen. Wie viele Deutsche besitzen ETFs? Wie stehen Verbraucher diesem Finanzprodukt im Vergleich zu anderen gegenüber? Und welche Eigenschaften überzeugen Kenner besonders? Eine aktuelle YouGov-Analyse zeigt, dass Geldhäuser das Wachstumspotential von ETFs auf dem Schirm haben sollten. Zwar sind dem Großteil der Deutschen (73 Prozent) gegenwärtig Exchange Traded Funds noch kein Begriff, aber auf der anderen Seite kennt auch jeder Sechste (17 Prozent) die Indexfonds.

Zwar kennen nur 17 Prozent ETFs, jedoch ist der Anteil der Besitzer in Relation sehr hoch

Im Vergleich zu anderen Finanzprodukten ist die Bekanntheit von ETFs noch sehr gering. Bei den für die YouGov-Analyse abgefragten Geldanlagen belegen diese mit 17 Prozent den letzten Platz in Sachen Bekanntheit. Ein Blick auf die verschiedenen Produkte zeigt, dass die Befragten besonders die altgediente Lösung des Sparbuchs kennen (81 Prozent). Lebensversicherung oder private Rentenversicherung (76 Prozent), der Bausparvertrag bzw. Bausparplan (75 Prozent) und das Tagesgeldkonto (74 Prozent) sind drei Vierteln der Konsumenten ein Begriff. Konkurrenzprodukte des ETFs genießen ebenfalls eine hohe Bekanntheit. Aktien kennen 64 Prozent der Deutschen, Fondsanteile wie Aktienfons oder Immobilienfonds kennen 60 Prozent.

Spannend wird ein Blick in die Verteilung der Besitzer der einzelnen Produkte. Deutlich wird auf der einen Seite, dass die Deutschen ein Volk der Sparer sind. Sparprodukte wie das Tagesgeldkonto (35 Prozent) und das Sparbuch (33 Prozent) gehören zu den am häufigsten besessenen Geldanlagen. Dafür, dass jedoch nur 17 Prozent der Deutschen ETFs kennen, ist der Anteil derer, die welche besitzen, mit 4 Prozent im Vergleich sehr hoch. Auf der anderen Seite besitzen die Deutschen deutlich häufiger Aktien (12 Prozent), jedoch kennen diese auch gut zwei Drittel der Bevölkerung (64 Prozent).

Wachstumspotential von ETFS: Insgesamt planen 4 Prozent der Deutschen den Abschluss

Dass ETFs aus Sicht der Verbraucher das Finanzprodukt der Zukunft sind, zeigt die aktuelle Abschlussabsicht der Deutschen. Hier liegen ETFs im Vergleich zu den anderen Produkten sehr weit vorne. 4 Prozent planen den Abschluss eines Indexfonds, damit besteht ein sehr hohes Wachstumspotential. Aktien hingegen planen nur 6 Prozent abzuschließen, hier ist das Potential deutlich niedriger. Massiv an der Gunst der Verbraucher verloren zu haben scheinen auch die anderen Produkte im Vergleich. So wollen nur 2 Prozent aktuell noch einen Bausparvertrag abschließen und nur 2 Prozent spielen noch mit dem Gedanken, ein Sparbuch anzulegen.

Dieses Potential mag durchaus dadurch vorhanden sein, dass ETFs aktuell mit Abstand das beliebteste Finanzprodukt sind, was es auf dem Markt gibt. 70 Prozent der ETF-Besitzer sind zufrieden mit der jährlichen Gesamtrendite ihrer Geldanlage. Auch Aktien schneiden gut bei ihren Besitzern ab (64 Prozent Zufriedene), jedoch sind diese im Vergleich zu ETFs nicht ganz so stark. Wenig überraschend belegen die letzten Plätze bei der Zufriedenheit mit dem Ertrag das Sparbuch (16 Prozent sind zufrieden, 64 Prozent unzufrieden) und das Tagesgeldkonto (19 Prozent Zufriedenheit vs. 62 Prozent Unzufriedenheit).

Gegenmodell zu klassischen Fonds: Flexibel, seriös, ertragreich – ETFs überzeugen Konsumenten auf ganzer Linie

Besonders Finanzdienstleister, die ihr Kerngeschäft auf Aktienfonds und Aktien gelegt haben, sollten im Blick haben, warum ETFs bei den Verbrauchern so beliebt sind. Die YouGov-Daten zeigen, dass die Indexfonds ihre Kenner auf ganzer Linie überzeugen. 72 Prozent sagen, dass sie bei ETFs flexibel entscheiden können, wieviel und wie häufig sie investieren wollen. Auch sind gut zwei Drittel (67 Prozent) überzeugt, dass es sich bei ETFs um eine seriöse Finanzanlage handelt. Besonders für Kleinanleger wird die Chance gesehen, auch für kleinere Beträge gut investieren zu können (65 Prozent). Auch ist die Mehrheit der Kenner der Meinung, ETFs sind nicht nur etwas für Finanzprofis (51 Prozent).

Wie Banken auf die steigende Beliebtheit von ETFS reagieren sollten

Finanzdienstleister sollten also nicht den Fehler machen und darauf hoffen, dass EFTs von allein wieder vom Markt verschwinden. Denn, obwohl ETFs sich aktuell noch wenig Bekanntheit erfreuen, besteht bei den Konsumenten bereits großes Wachstumspotential. Grundvoraussetzung hierfür ist es, als klassischer Anbieter in der Finanz- und Versicherungsbranche die ETF-Besitzer im Auge zu behalten Und auch andere Kunden darauf aufmerksam zu machen beziehungsweise das eigene Portfolio zu erweitern und sich detailliert mit deren Bedürfnissen und Anforderungen zu beschäftigen. Sonst vergeben sie die Chance, sich mit einem attraktiven Angebot auf dem immer enger werdenden Markt der Finanzprodukte zu positionieren. Es ist wichtig, dass Kunden und potentiellen Kunden kommuniziert wird, dass das eigene Angebot flexibel auf deren Interessen zugeschnitten ist.

Vollständige Ergebnisse hier zum kostenlosen Download.

Methode

Für diese Studie wurden 2.067 Personen zwischen dem 24.09. und dem 26.09.2018 bevölkerungsrepräsentativ zum Thema Finanzprodukte mit unserer Mehrthemenbefragung YouGov Omnibus befragt.

So erschienen auf Der Bank Blog.

Foto: Getty

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