Wer Marktführer Fressnapf zusetzt

Wer Marktführer Fressnapf zusetzt
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Fressnapf ist für Verbraucher erste Anlaufstelle für Tierbedarf. Doch zwei andere Unternehmen erhöhen den Konkurrenzdruck – online wie offline.

Disruption kommt nicht immer aus dem Silicon Valley. Einen bestehenden Markt mit neuen Konzepten und Ideen zu erobern, das geht auch ohne Programmierer und Venture Capital. Ein Beispiel dafür ist Fressnapf. In den 1990er Jahren hat das Unternehmen begonnen, den deutschen und europäischen Markt für Heimtierbedarf aufzurollen, der bis dato vor allem aus Einzelhändlern und kleineren Ketten bestand. Heute ist die Franchise-Kette flächendeckend vertreten mit fast 900 Standorten allein in Deutschland. Etwa ein Viertel der Deutschen ab 18 Jahre hat dort schon einmal eingekauft. Der YouGov-Markenmonitor BrandIndex, zeigt, was Verbraucher an Fressnapf schätzen – und warum manche lieber zur Konkurrenz gehen.

Rund jeder zweite Deutsche hat ein Haustier. Und „YouGov Profiles“-Daten zeigen: Katzen sind in mehr Haushalten vertreten als Hunde. Ein Drittel der Deutschen verbringt zudem gerne Zeit mit einem Haustier. Tiere sind für viele Verbraucher also ein wichtiger Teil des Lebens – und das macht das Thema auch wirtschaftlich interessant. Denn obwohl man Tierfutter und -bedarf auch im Supermarkt, in der Drogerie oder im Baumarkt bekommt – wo man ohnehin hingeht, um den menschlichen Bedarf zu decken – scheuen Haustierbesitzer nicht den Weg in ein Fachgeschäft: 29 Prozent aller Deutschen geben an, Tierfutter im Fachhandel zu kaufen.

Dementsprechend genießt Fressnapf ein durchweg positives Image. Verbraucher, die diese Einkaufsstätte kennen, finden, dass hier Qualität sowie auch Preis-Leistung stimmen. Sie sind überwiegend zufrieden mit der Marke und würden sie weiterempfehlen. Das Problem aus Sicht von Fressnapf ist nur: Eine andere Marke kommt auf nahezu identische Werte. Auch sie startete in den 90er Jahren, auch sie setzt auf ein Franchise-Modell. Die Rede ist von „Das Futterhaus“.

Andererseits ist Fressnapf für viele Haustierbesitzer die erste Adresse, wenn es um Tierbedarf geht. Ein Grund dafür könnte sein, dass Fressnapf mehr Werbung macht als „Das Futterhaus“ – zumindest geben Verbraucher viel häufiger an, sich an Fressnapf-Werbung zu erinnern. Aber oft ist der Weg zu einem der knapp 900 Fressnapf-Filialen auch einfach kürzer als der zu den gut 300 „Futterhäusern“. Doch der direkte Wettbewerber expandiert, will jedes Jahr 20 bis 30 neue Märkte eröffnen, bis zu einer Gesamtzahl von mindestens 700 Standorten. Der Konkurrenzkampf dürfte also kräftig anziehen.

Standorte sind jedoch nicht alles – schließlich greift Disruption auch in diesem Segment um sich: 36 Prozent aller Tierbesitzer kaufen oder haben inzwischen schon Tierfutter im Online-Fachhandel eingekauft. Und hier haben bisher weder Fressnapf noch „Das Futterhaus“ die Nase vorn. Zumindest gemäß kursierenden Umsatzzahlen ist Zooplus.de im Online-Geschäft den traditionell stationären Anbietern deutlich überlegen.

So erschienen auf WirtschaftsWoche Online

Bild: dpa 

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