Die Jüngeren nehmen Antisemitismus weniger als Problem wahr

Die Jüngeren nehmen Antisemitismus weniger als Problem wahr
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61 Prozent der Deutschen sehen Antisemitismus als gesellschaftliches Problem. Bei den 18- bis 24-Jähirgen sind es nur noch 42 Prozent.

Antisemitismus ist nach wie vor ein Thema. Vor allem angesichts aktueller Debatten. Bundeskanzlerin Merkel spricht von „neuen Formen“ des Antisemitismus, der vor allem durch arabische Einwanderer entstanden ist. Die Deutschen Rapper Kollegah und Farid Bang wurden mit dem mittlerweile abgeschafften Musikpreis „Echo ausgezeichnet, obwohl sie in ihren Texten antisemitische Äußerungen genutzt haben.

Doch wie steht es um Antisemitismus in Deutschland allgemein? Eine aktuelle YouGov-Umfrage zeigt, dass Antisemitismus von der Mehrheit als Problem wahrgenommen wird (61 Prozent) und befindet sich hinter Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (beide 71 Prozent) auf Rang 3 der wahrgenommenen Probleme. Allerdings: Je jünger, desto weniger wird Antisemitismus als Problem wahrgenommen. In der Altersgruppe 18-24 Jahre sagen nur noch zwei von fünf Befragten (42 Prozent), dass Antisemitismus ein (sehr) ernstes Problem ist.

Wie relevant ist Antisemitismus?

Wenn es darum geht, was antisemitische Aussagen bzw.Verhalten ist, sind Victim-Blaming (66 Prozent) und Angriffe auf das Existenzrecht Isreals (65 Prozent) gesellschaftlich anerkannte No-Gos. Bei Witzen über Juden bzw. den Holocaust gibt es dagegen keinen gesellschaftlichen Konsens mehr: Je jünger die Befragten sind, desto akzeptierter sind Witze gegenüber Juden. Interessant ist auch, dass tradierte Vorurteile („Juden sind gute Geschäftsleute“) kaum als antisemitisch wahrgenommen werden.

Was ist Antisemitismus?

Auf Basis des YouGov Omnibus wurden 2000 Personen ab 18 Jahren vom 20.-24.04.2018 repräsentativ befragt.

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