Deutsche sind uneins über Militärschlag in Syrien

Deutsche sind uneins über Militärschlag in Syrien
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Die Mehrheit glaubt nicht, dass durch die Aktion der USA, Frankreichs und Großbritanniens die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Giftgaseinsatzes durch das Assad-Regime verringert wurde. 

Der wissenschaftliche Dienst des Bundestags hat den von Deutschland unterstützten Militärschlag der USA, Großbritanniens und Frankreichs gegen Syrien als völkerrechtswidrig eingestuft. Der Einsatz militärischer Gewalt gegen einen Staat, um die Verletzung einer internationalen Konvention durch diesen Staat zu ahnden, stelle einen Verstoß gegen das völkerrechtliche Gewaltverbot dar, heißt es in einem elfseitigen Gutachten, das von der Linksfraktion in Auftrag gegeben wurde und der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Auch bei den Deutschen ist die Militäraktion der USA, Frankreich und Großbritannien umstritten. Nach einer aktuellen YouGov-Umfrage halten nur 36 Prozent der Befragten die Reaktion für angemessen, während 38 Prozent den Angriff als unangemessen bewerten. Besonders die Wähler der SPD sehen die Aktion kritisch (46 Prozent) im Vergleich zu Wählern der CDU (29 Prozent).

Deutsche uneins über Militärschlag gegen Assad-Regime

Am Erfolg der Aktion zweifelt die Mehrheit der Deutschen. 62 Prozent glauben nicht, dass die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Giftgaseinsatzes durch das Assad-Regime verringert wurde. Mit steigendem Alter sinkt der Glaube daran, dass der der Militärschlag seinen erhofften Sinn erfüllt hat. Während von den 18- bis 24-Jährigen nur 46 Prozent zweifeln, sind es bei den Menschen über 55 Jahre schon 71 Prozent.

Am 7. April hatten Aktivisten und Hilfsorganisationen von einer mutmaßlichen Attacke mit Giftgas in Duma berichtet. Nach Angaben der Zivilschutzorganisation Weißhelme wurden dabei mehr als 40 Menschen getötet.

Auf Basis des YouGov Omnibus wurden 1115 Personen ab 18 Jahren vom 17.-20.04.2018 repräsentativ befragt.

Text: dpa/YouGov

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