Zunehmende Sorglosigkeit gegenüber Cyberrisiken

Größere Bereitschaft zum Abschluss von privaten Cyberversicherungen

Köln, 09.11.2017.

Großangelegte Cyberattacken wie Anfang des Jahres durch die Ransomware „WannaCry“ oder kürzlich „Bad Rabbit“, von denen namhafte Unternehmen wie die Deutsche Bahn, Renault oder die Nachrichtenagentur Interfax betroffen waren, rücken kurzzeitig die Gefahren der Internetnutzung für Großunternehmen in den Fokus der Öffentlichkeit. Doch auch private Internetnutzer werden sich der Gefahr des Datendiebstahls und der Gefahren des Internets immer bewusster. Dies zeigt die Studie „Cyberrisiken im Privatbereich“ des internationalen Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGov. Für die Studie wurden über 2.000 Internetnutzer ab 16 Jahren zwischen dem 30. August und 5. September 2017 repräsentativ befragt.

Hatten 2014 noch 11 Prozent der Internetnutzer in Privathaushalten Angst vor Datendiebstahl, sind es 2017 fast doppelt so viele (19 Prozent). Erst an zweiter Stelle kommt die Angst vor Viren (15 Prozent) die vor drei Jahren noch an erster Stelle stand (18 Prozent). Diese Entwicklung wird begleitet von einer zunehmenden Sorglosigkeit gegenüber Cyberrisiken. Informierten sich 2014 noch 55 Prozent der privaten Internetnutzer regelmäßig über Internetsicherheitsthemen, sind es 2017 nur noch 50 Prozent. Gleichzeitig hat der Anteil jener zugenommen, die angeben, bei Sicherheitsthemen im Internet den Durchblick verloren zu haben. Lag dieser Anteil vor drei Jahren noch bei 45 Prozent, gibt diesjährig die Hälfte der Befragten (50 Prozent) an, bei der Information nicht mehr hinterherzukommen. Einher geht dies mit einer tendenziell abnehmenden Nutzung von Absicherungen gegenüber Internetrisiken durch Software-Lösungen wie Virenscanner oder andere Sicherheits- und Privatsphärefunktionen. Jeder zehnte Deutsche (11 Prozent) hat aktuell keine besondere Vorkehrung gegen Online-Bedrohungen getroffen. Lediglich 1 Prozent der privaten Nutzer ist 2017 gegen Cyber-Risiken über eine Versicherung abgesichert.

Großes Potenzial für private Cyberversicherungen

Trotz der geringen Marktdurchdringung von Cyberversicherungen kann sich gegenwärtig rund jeder fünfte private Internetnutzer vorstellen, eine Police gegen die Gefahren des Internets abzuschließen. Dabei stehen unter jenen, die bereit wären eine solche Versicherung abzuschließen, Versicherungen gegen finanzielle Schäden (15 Prozent) an erster Stelle. Es folgen Versicherungen gegen technische Schäden (12 Prozent) und Schäden, die durch Ausspähung personenbezogener Daten entstehen (10 Prozent). Die höchste Kompetenz in Sachen Beratung zur Internetsicherheit wird dabei den Internetprovidern zugeschrieben, gefolgt von PC- und Laptop-Herstellern sowie Telekommunikationsunternehmen. Klassische Versicherer werden im Vergleich als weniger kompetent bewertet.

„Um das brachliegende Potenzial in Sachen Cyberversicherungen erfolgreich zu nutzen, sind Anbieter darauf angewiesen, passend zugeschnittene Produkte anzubieten, die hochflexibel auf die Ansprüche der potenziellen Kunden anzupassen sind“, sagt Christoph Müller, Senior Consultant bei YouGov. „Sinnvoll ist es, die Kunden mit Tipps zum richtigen Umgang mit Cyberrisiken anzusprechen – z. B. zum Umgang mit riskanten Mails, zur Sicherung persönlicher Daten oder zum Online-Banking. Darüber hinaus sollte die Ansprache auch passend zur Zielgruppe gewählt werden: So zeigt unsere Studie, dass Abschlussbereite eher jünger und besserverdienend sind, deutlich häufiger Printmedien konsumieren und eher den telefonischen Direktvertrieb präferieren, als jene ohne Abschlussbereitschaft.“

Die Studie „Cyberrisiken im Privatbereich“ untersucht umfassend die Einstellungen privater Internetnutzer ab 16 Jahren rund um die Themen Nutzungsverhalten, persönliches Sicherheitsempfinden, wahrgenommene Kompetenz und Absicherung gegen Gefahren der Internetnutzung. Die Studie richtet sich an IT-, Software- und Telekommunikationsunternehmen, aber auch Business Developer und Produktentwickler bei Versicherern. Die Studie wurde 2014 erstmalig durchgeführt, wodurch für viele erhobenen Fragestellungen eine Entwicklung im Zeitverlauf abgebildet werden kann.

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Christoph Müller
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