Jeder zweite Deutsche erwartet neue Flüchtlingskrise

Jeder zweite Deutsche erwartet neue Flüchtlingskrise
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Fast die Hälfte der Befragten hält Kritik von Schulz jedoch für populistisch

Köln, 28.07.2017. SPD-Kandidat Martin Schulz warnte letztes Wochenende vor einer Wiederholung der Flüchtlingskrise des Jahres 2015. Dabei kritisierte er das Verhalten von Kanzlerin Angela Merkel, das Thema im Wahlkampf zu unterschlagen. Doch wie sehen die Menschen in Deutschland die Situation? Und wie ordnen sie die Kritik des SPD-Kandidaten ein?

Knapp die Hälfte der Deutschen (48 Prozent) schätzt, dass sich der Zustrom der Flüchtlinge speziell in Deutschland noch einmal so akut zu einer Krise zuspitzen wird wie zuletzt im Jahr 2015. Außerdem sind mehr als drei Viertel der Befragten (83 Prozent) überzeugt, dass die Zahl der in Europa ankommenden Flüchtlinge in diesem Jahr weiter steigt. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle, repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov.

Die Einschätzungen, wie das Flüchtlingsproblem zu lösen ist, sind unterschiedlich verteilt. Weniger als ein Viertel (22 Prozent) der Deutschen sieht eine rein nationale Lösung als den richtigen Weg an. 36 Prozent der Befragten setzen auf eine europäische Lösung. Rund ein Drittel (34 Prozent) hält eine nationale und europäische Lösung für richtig. Allerdings glauben nur wenige der Befragten (13 Prozent) daran, dass sich die Mitgliedsstaaten der EU bald auf eine solidarische Lösung für die ankommenden Flüchtlinge verständigen können.

Die Besetzung des Themas im Wahlkampf durch Martin Schulz sehen die meisten der Befragten kritisch. „Die Deutschen bewerten die Flüchtlingssituation differenziert. Sie finden es notwendig, das Thema zu diskutieren. Sie befürchten eine neue Flüchtlingskrise wie 2015/2016“, erläutert Peter Mannott, Team Manager Political Research von YouGov Deutschland. So sieht es fast jeder zweite Bundesbürger (48 Prozent) als notwendig an, die Flüchtlingspolitik zu thematisieren. Hingegen erachtet knapp die Hälfte der Deutschen (46 Prozent) die Kritik des SPD-Spitzenkandidaten für nicht oder wenig glaubwürdig – jeder zweite Befragte (49 Prozent) sogar für populistisch. Mehr als zwei Drittel der Befragten (70 Prozent) ordnen die Kritik als Wahlkampftaktik ein. „Die Mehrheit der Bevölkerung nimmt Schulz seinen dramatischen Appell nicht ab. Daher erwarten wir, dass Schulz es schwer haben wird, mit dem Thema neue Stimmen zu gewinnen“, so Mannott.  

Die Ergebnisse der aktuellen YouGov-Umfrage können Sie hier herunterladen.

Zur Befragung:

YouGov befragte im Zeitraum von 25. bis zum 26. Juli 1.083 repräsentativ ausgesuchte Personen in Deutschland ab 18 Jahren in einer geschlossenen Online-Umfrage.

Pressekontakt:

YouGov Deutschland GmbH
Nikolas Buckstegen
Manager PR
Tel.: +49 (0) 221 42061-444
E-Mail: presse@yougov.de

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