Deutsche befürworten Einschränkung des Demonstrationsrechts

Deutsche befürworten Einschränkung des Demonstrationsrechts

YouGov-Umfrage zur Gewalt beim G20-Gipfel

Köln, 11.07.2017. Nach den schweren Ausschreitungen während des G20-Gipfels in Hamburg diskutiert die deutsche Öffentlichkeit intensiv darüber, ob und wie solche Gewaltexzesse zukünftig verhindert werden können. Außerdem stehen politische Großveranstaltungen, wie der G20-Gipfel, grundsätzlich in der Diskussion. Wie die aktuellen Ergebnisse einer Umfrage des internationalen Marktforschungs- und Beratungsinstitut YouGov zeigt, hält eine knappe Mehrheit der Deutschen (52 %) solche Treffen für nicht sinnvoll, weil die Kosten und Probleme mit Gewalt in keinem Verhältnis zu den konkreten Ergebnissen stehen. Am letzten Freitag hielten laut einer Umfrage von YouGov noch 59 Prozent der Deutschen den G20-Gipfel für sinnvoll. „Hier scheint es zu einer deutlichen Gegenreaktion in der deutschen Bevölkerung gekommen zu sein. Die Bilder der Gewalt und Anarchie aus Hamburg haben zu einem Meinungsumschwung geführt“, erläutert Holger Geißler, Head of Research, YouGov Deutschland.

Angesichts der Gewaltexzesse in Hamburg befürworten 50 Prozent der Deutschen, die Versammlungsfreiheit stärker einzuschränken, um solche Ausschreitungen zu verhindern. Nur 30 Prozent der Befragten erachten das Versammlungsrecht für so wesentlich für die Demokratie, dass sie eine Einschränkung ablehnen. Allerdings hält mindestens jeder Zehnte die Gewalt in Hamburg für gerechtfertigt: die Gewalt gegen Sachen (11 %), um mediale Aufmerksamkeit zu erzielen (17 %) oder weil die Polizei das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit beim G20-Gipfel verletzt habe (15 %). „Dieses Potenzial an Gewaltakzeptanz ist gesellschaftspolitisch ein Warnzeichen, hier sehen wir für die Politik Handlungsbedarf“, so Geißler.

Damit es nicht noch einmal zu solch massiven Krawallen in Deutschland kommt, wünschen sich fast drei Viertel der Deutschen, dass eine europäische Datenbank zu linken Gewalttätern aufgebaut wird. Die Rückendeckung durch die Kanzlerin und renommierte Politiker aus verschiedenen Parteien für Hamburgs Oberbürgermeister Olaf Scholz zeigt weiterhin Wirkung: Nur 30 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Scholz die politische Verantwortung tragen und zurücktreten sollte.

Die Ergebnisse der Befragung finden Sie hier.

Das internationale Marktforschungs- und Beratungsinstitut YouGov befragte 1.079 repräsentativ ausgesuchte Deutsche im Alter ab 18 Jahren vom 10.07.2017 bis 11.07.2017 mittels standardisierter Online-Interviews.

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YouGov Deutschland GmbH
Nikolas Buckstegen, Manager PR
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