Bundeswehrskandal: Von der Leyen unter Druck

Bundeswehrskandal: Von  der Leyen unter Druck
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68% der Deutschen sind der Meinung, dass Ursula von der Leyen mit ihrer Kritik an der Bundeswehr Recht hat.  

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen steht aktuell stark im Fokus der Öffentlichkeit. Kürzlich wurde bekannt, dass sich ein Bundeswehrsoldat monatelang als syrischer Flüchtling ausgab, um mutmaßlich einen terroristischen Anschlag zu planen. Dieses soll seinen Vorgesetzten schon seit 2014 bekannt gewesen sein. In Reaktion auf dieses und weitere Ereignisse hat von der Leyen die Bundeswehr stark kritisiert und ihr Führungs- und Haltungsschwäche attestiert.

Ein Großteil der Deutschen (68 Prozent) sind der Meinung, dass die Ministerin Recht mit ihrer Kritik hat, dass die Bundeswehr ein Führungs- und Haltungsproblem habe. Das zeigen die Ergebnisse einer aktuellen YouGov-Umfrage. Nicht der gleichen Meinung ist jeder Fünfte (18 Prozent). 13 Prozent können dies nicht beurteilen bzw. machen keine Angabe. Besonders viel Unterstützung erhält die Ministerin von den über 55-Jähirgen  (76 Prozent).

Kritik an der Bundeswehr von Ursula von der Leyen

Ein Vorwurf gegenüber von der Leyen ist, dass sie seit dreieinhalb Jahren eine Mitschuld an den derzeitigen Vorkommnissen hat. Sie sei nicht genug gegen Führungs- und Haltungsprobleme vorgegangen. Zwei von fünf (40 Prozent) Deutsche sprechen ihr eine Mitschuld zu. Fast genauso viele (35 Prozent) finden allerdings nicht, dass die Ministerin die Geschehnisse auf ihre Kappe nehmen muss. Ein Viertel kann oder will dies nicht beurteilen.

Wenige halten Wiedereinführung der Wehrpflicht für die passende Reaktion

Durch die Vorfälle wurde auch die Frage aufgeworfen, ob die Bundeswehr ein grundsätzliches Problem mit Rechtsextremismus hätte. Hier sind sich die Deutschen nicht ganz so einig. Knapp die Hälfte (45 Prozent) sind dieser Meinung. Aber auch 35 Prozent sind der Meinung, es gäbe kein Rechtsextremismusproblem. Auffallend ist auch, dass jeder Fünfte (20 Prozent) keine Angabe machte.

Rechtsextremismus-Problem

Um gegen radikale Tendenzen vorzugehen, wird die Wiedereinführung der Wehrpflicht diskutiert. Von den Deutschen hält das nur knapp jeder Fünfte (18 Prozent) für ein probates Mittel. Die Mehrheit (58 Prozent) sieht dies nicht als Lösung und entspricht so der Haltung von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Noch mehr Deutsche sind dagegen, dass die Wehrpflicht wieder eingeführt wird (69 Prozent). Nur 18 Prozent befürworten die Wiedereinführung der Wehrpflicht.

Fotos: Michael Kappeler/dpa

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