Internationale Umfrage: Einwanderung und wirtschaftliche Themen dominieren als politische Probleme

Internationale Umfrage: Einwanderung und wirtschaftliche Themen dominieren als politische Probleme
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Der YouGov-Handelsblatt Krisensensor zeigt, dass neben dem Thema Einwanderung in einigen Ländern der Terrorismus, in anderen die Gesunheitspolitik ein wichtiges Problem ist.

In Deutschland und Schweden ist es Einwanderung, in Frankreich die Arbeitslosenquote und und im Vereinigten Königreich bereitet vor allem das Verhältnis zu EU den Menschen Sorgen. Das zeigt eine aktuelle YouGov-Umfrage, die in Kooperation mit dem Handelsblatt in sieben europäischen Ländern und den USA durchgeführt wurde. Im ersten Artikel zur Umfrage ging es um die öknomische Zuversicht und Pessimismus.

Auch wenn die Wichtigkeit der Untersuchten Themen innerhalb der Länder oft sehr unterschiedlich ist, zeigt sich eines, dem die Menschen in allen sechs untersuchten Ländern eine hohe Relevanz zusprechen: der Einwanderung. So zählen in Deutschland vier von zehn Befragten (41 Prozent) das Thema Einwanderung zu den wichtigsten politischen Problemen, nur in Schweden sind sagen das mehr Befragte (44 Prozent). Nur hoch im Norden Europas, in Finnland geben weniger als 30 Prozent der Befragten an, dass die Einwanderungspolitik zu den wichtigsten Problemen des Landes gehört.

Einwanderung und wirtschaftliche Themen sind in vielen Ländern wichtigste Probleme

Das zweitwichtigste politische Problem in Deutschland ist für die Befragten die soziale Ungleichheit im Land. 38 Prozent geben das an. Diese beiden Themen sind es auch, über die nach Ansicht der meisten Deutschen in der politischen Debatte unehrlich gesprochen wird.

In den anderen untersuchten Ländern zählen deutlich weniger Befragte die Kluft zwischen Arm und Reich zu den wichtigsten Problemen – nur in Finnland sagen das annähern genauso viele Befragte wie in Deutschland (34 Prozent).

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Vor allem in den Ländern, die in den letzten Monaten von Terroranschlägen getroffen wurden, wird der Terrorismus als politisches Problem genannt. Bei den Werten für Deutschland muss hierbei allerdings beachtet werden, dass die Umfrage vor dem Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt durchgeführt wurde. Trotzdem zählen mehr Deutsche als die im vergangenen Jahr härter getroffenen Franzosen Terrorismus zu den wichtigsten Problemen (34 zu 29 Prozent). In Skandinavien wird der Terrorismus nur von wenigen Befragten als wichtigstes Problem genannt.

Franzosen und Finnen besorgt über Wirtschaftspolitik

In Frankreich, wo im Mai gewählt wird, ist die Arbeitslosenquote das dominierende Problem (42 Prozent). An zweiter Stelle steht auch in Frankreich die Einwanderungspolitik. ). An zweiter Stelle steht auch in unserem westlichen Nachbarland die Einwanderungspolitik. Im europaweiten Vergleich sagen besonders viele Franzosen, dass die Wirtschaftspolitik des Landes ein Problem ist (26 Prozent).

In Finnland geben sogar im Vergleich die meisten Befragten die Wirtschaftspolitik als Problem an (42 Prozent). In Finnland dominieren klar wirtschaftliche Themen, denn das zweitwichtigste Problem der Finnen ist die Arbeitslosenquote (40 Prozent), das drittwichtigste die soziale Ungleichheit (34 Prozent).

Briten, Amerikaner und Skandinavier sorgen sich um Gesundheitspolitik

Bei den Briten geben jedoch – wenig verwunderlich – die meisten Befragten an, dass das Verhältnis zur EU das wichtigste politische Problem ist (34 Prozent). Doch in dem Land, das seit dem Brexit-Votum über den besten Weg aus der EU streitet, wird auch die Gesundheitspolitik von vielen Befragten als drängendes Problem genannt (30 Prozent). Ebenfalls 30 Prozent geben auch hier an, dass Einwanderung das wichtigste Problem ist.

In sechs der acht untersuchten Länder – vor allem in Skandinavien - wird außerdem von mehr als 20 Prozent der Befragten die Gesundheitspolitik als wichtigstes Thema genannt.

In den USA – wo die Republikaner gerade die Abschaffung von Obamacare planen - wird von den meisten Befragten das Thema Gesundheitspolitik genannt (27 Prozent). Fast ebenso viele Befragte sorgen sich aber über den Kurs der US-Wirtschaft (26 Prozent). Das in den USA derzeit wirtschaftliche Themen dominieren zeigt, dass zwei von zehn Amerikanern (20 Prozent) die Kluft zwischen Reichen und Armen als wichtiges Thema nennen. Die Themen Einwanderung und Terrorismus kommen in den USA erst hinter der sozialen Ungleichheit – wenn auch knapp.

Damit sind die dominierenden Probleme in den untersuchten Ländern Einwanderung, wirtschaftliche Themen, sowie Gesundheit. Weniger wichtige Themen sind in vielen Ländern die Zukunft der Energieversorgung, die Wohnungsbaupolitik sowie Umweltschutz, Bildung, Infrastruktur und Kriminalität.


Im Zuge des YouGov Eurotrack wurden Umfragen mit Umfrageteilnehmern über 18 Jahren durchgeführt in Großbritannien (1693 Befragte), Frankreich (1001 Befragte), Deutschland (1014 Befragte), Dänemark (1018 Befragte), Finnland (1004 Befragte), Norwegen (1005) und den USA (1000 Befragte). Die Feldzeit war vom 21. November bis zum 9. Dezember (Europa) und vom 8. bis 9. Dezember (USA).

Foto: Bela Szandelszky/AP/Press Association Images

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