Überwachungskameras: Aufklären heißt nicht zwangsläufig verhindern

Überwachungskameras: Aufklären heißt nicht zwangsläufig verhindern
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Die überwältigende Mehrheit der Deutschen hält Kameraüberwachung für nützlich – auch wenn immerhin jeder Dritte sie für eine Verletzung der Bürgerrechte hält.

Nicht erst seit den Anschlägen und Amoktaten in den vergangenen Monaten in Deutschland und anderswo in Europa fordern viele Politiker eine stärkere Videoüberwachung. Zuletzt machte sich Bundesinnenminister Thomas de Maizière für mehr Kameras stark, kombiniert mit dem Einsatz von Software zur Gesichtserkennung.

Bei der Mehrheit der Deutschen kommen solche Vorstöße gut an – auch wenn immerhin jeder Dritte den weitverbreiteten Einsatz für eine Verletzung der Bürgerrechte hält. Das ist das Ergebnis einer aktuellen YouGov-Umfrage, die wir gemeinsam mit dem Statistikportal Statista veröffentlichen.

Demnach stimmen 33 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass der weitverbreitete Einsatz von Überwachungskameras in Deutschland eine Verletzung der Bürgerrechte (z.B. Eingriff in die Privatsphäre, in die persönliche Freiheit etc.) sei. 60 Prozent sind anderer Meinung. Sogar vier von fünf Befragten stimmen zu, dass Überwachungskameras ganz allgemein nützlich sind, um Kriminalität einzudämmen und der Polizei Beweise zu liefern.

Das gilt im Einzelnen auch für mindestens drei Kriminalitätsbereiche, die noch einmal extra abgefragt wurden. So glauben zwei von drei Befragten (66 Prozent), dass Terroranschläge durch Überwachungskameras aufgeklärt werden können. Noch einmal mehr halten dies bei Gewalttaten z.B. auf Marktplätzen oder in Bahnhöfen (85 Prozent) und bei Diebstahl (73 Prozent) für wahrscheinlich.

Zumindest bei Gewalttaten in der Öffentlichkeit glaubt die Mehrheit auch (54 Prozent), dass sie durch Videoüberwachung sie auch verhindern werden können. Bei Diebstahl liegen jene, die dies für wahrscheinlich (49 Prozent) bzw. für unwahrscheinlich (46 Prozent) halten, etwa gleichauf. Dass Videokameras Terroranschläge verhindern, glaubt hingegen nur jeder dritte (34 Prozent). 60 Prozent halten dies für unwahrscheinlich.

Auf Basis des YouGov Omnibus wurden 2085 Personen im Zeitraum vom 22. bis 24. August 2016 repräsentativ befragt.

Zum Beitrag von Statista.

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