Wer soll rote Ampeln ignorieren dürfen?

Wer soll rote Ampeln ignorieren dürfen?
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Nur jeder Sechste würde es befürworten, wenn Radfahrer auch bei Rot fahren dürften – bei rechtsabbiegenden Autofahrern hingegen mehr als die Hälfte.

Nur wenige Dinge aus der DDR wurden nach der Wende für ganz Deutschland übernommen. Dazu gehörte der Grünpfeil, der an manchen Ampeln Autofahrern erlaubt, nach kurzem Halt rechts abzubiegen, wenn es der Verkehr erlaubt – selbst, wenn die Ampel rot ist. In verschiedenen Ländern wie den USA ist das ohnehin normal. Dort dürfen Rechtsabbieger grundsätzlich auch bei Rot fahren, wenn es der Verkehr zulässt.

Mehr als die Hälfte der Deutschen würde so etwas auch in Deutschland befürworten – deutlich weniger wären für den Vorschlag des grünen Bundestagsabgeordneten Dieter Janecek, Radfahrern bei entsprechender Verkehrssituation das Weiterfahren auch bei Rot zu erlauben. Das ergab eine aktuelle YouGov-Umfrage.

Demnach würde nur jeder sechste Befragte (17 Prozent) den aktuellen Vorstoß befürworten, vier von fünf Befragten (79 Prozent) wären dagegen. Deutlich größer ist der Anteil der Befürworter allerdings bei den Jüngeren. So befürworten eine solche Regelung immerhin 27 Prozent der 18- bis 29-Jährigen. Mit 68 Prozent deutlich mehr Befragte sind allerdings auch in dieser Altersgruppe gegen eine solche Änderung der Straßenverkehrsordnung.

Anders sieht die Situation beim Rechtsabbiegen bei Rot aus. Eine Regelung wie etwa in den USA würde gut die Hälfte der Befragten (53 Prozent) befürworten, 41 Prozent wären dagegen. Hier sind es allerdings eher die Älteren, die sich für eine Änderung des Status Quo aussprechen: 59 Prozent der Über-60-Jährigen wären dafür, 48 Prozent dagegen.

So schnell dürften beide Vorschläge ohnehin nicht umgesetzt werden. Denn ausgerechnet die Fahrrad-Lobby sieht den Grünen Vorstoß kritisch und "nicht vermittelbar". Und auch Verkehrsminister Dobrindt hat sich gegen den Vorschlag ausgesprochen.

Auf Basis des YouGov Omnibus wurden 976 Personen im Zeitraum vom 15. bis 18. Juli 2016 repräsentativ befragt.

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