Knappe Mehrheit gegen Hilfspolizisten

Knappe Mehrheit gegen Hilfspolizisten
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Zwar sind sich die meisten Deutschen einig, dass die Polizei mehr Personal braucht – den Hilfspolizei-Vorschlag des Innenministers lehnen Viele aber ab.

In einem sind sich fast alle einig: Mehr Polizisten dürften in Deutschland nicht schaden. Insbesondere im Kampf gegen Einbrecher würde Bundesinnenminister Thomas de Maizière am liebsten auf Hilfspolizisten zurückgreifen. Diese dürften bereits nach einer nur wenige Monate dauernden Ausbildung den Dienst antreten – und sogar eine Waffe tragen.

Eine knappe Mehrheit der Deutschen ist allerdings gegen diesen Vorschlag – auch wenn weiterhin Einigkeit darüber besteht, dass die Polizei mit mehr Personal ausgestattet werden sollte. Das ist das Ergebnis einer aktuellen YouGov-Umfrage.

Demnach sagen neun von zehn Befragten (90 Prozent), dass die Polizei mehr Personal bekommen sollte – von den Über-60-Jährigen sind sogar 97 Prozent dieser Meinung. 84 Prozent der Befragten stimmen zudem zu, dass die Polizei mehr Präsenz zeigen müsste, auch wenn die meisten (75 Prozent) sich sicher sind, dass ihnen bei einem Notruf auch geholfen wird. Die Fragen wurden dabei auch schon vor einigen Monaten gestellt – mit einem ähnlichen Ergebnis wie heute.

Ob der Vorschlag des Bundesinnenministers eine Lösung wäre, darüber sind die Befragten uneins. Zwar würden 44 Prozent der Befragten den Einsatz von Hilfspolizisten befürworten. Etwas mehr Menschen (48 Prozent) wären allerdings dagegen.

Dass mehr gegen Einbrüche getan werden muss, scheint dabei ein anderer Punkt der Umfrage zu bestätigen. Denn dass diese Deliktart von der Polizei nicht ernst genommen werde, sagen immerhin 40 Prozent der Befragten. Ähnliches gilt allerdings auch für andere Deliktarten wie Diebstahl (39 Prozent), tätliche Angriffe (42 Prozent) und sexuelle Gewalt (49 Prozent). Lediglich eine Ausnahme scheint es zu geben: Dass die Polizei Verkehrsvergehen nicht ernst genug nimmt, sagen lediglich 22 Prozent. Jeder Dritte (31 Prozent) ist stattdessen der Meinung, dass sie diese zu ernst nehme.

Auf Basis des YouGov Omnibus wurden für die Umfrage unter der deutschen Bevölkerung 1041 Personen im Zeitraum vom 17. bis 21. Juni 2016 repräsentativ befragt.

Foto: Michael Probst/AP/Press Association Images

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