YouGov Debate 2016: Brexit-Gegner und -Befürworter liegen gleichauf

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Rund drei Wochen vor dem Referendum sind jeweils 40 Prozent der Briten für und gegen den EU-Austritt.

Befürworter und Gegner eines Austritts des Vereinigten Königreiches aus der Europäischen Union liegen derzeit gleichauf. Das zeigen aktuelle Ergebnisse einer YouGov-Umfrage, die während der YouGov Debate 2016 zum Thema „Brexit oder Bremain - Was wird passieren und was bedeutet es für Europa?“ in Berlin präsentiert wurden. Die YouGov Debate fand in Partnerschaft mit dem Aspen Institute Germany, dem Britisch Chamber of Commerce (BCCG), der Handelsblatt Global Edition und The Guardian statt. 

Für die Studie wurden zwischen dem 17. und 24 Mai 2016 im Rahmen des YouGov Eurotrack insgesamt mehr als 8.000 Personen in Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen bevölkerungsrepräsentativ nach ihren Einstellungen zur Europäischen Union und einem möglichen Ausscheiden des Vereinigten Königreiches befragt.

In Großbritannien sind demnach derzeit jeweils 40 Prozent in der Bevölkerung für bzw. gegen einen "Brexit". Im Falle eines Austritts des Vereinigten Königreiches sprechen sich 41 Prozent der befragten Briten für die Aufnahme von Gesprächen über Freihandelsabkommen mit der EU, die finanzielle Verpflichtungen gegenüber der EU und die Freizügigkeit von EU-Bürgern in Großbritannien ausschließen, aus.

Im internationalen Vergleich sprechen sich die Befragten in den untersuchten Ländern mehrheitlich für einen Verbleib Großbritanniens in der EU aus. Am deutlichsten ist dies in Dänemark und Finnland der Fall. Hier sagen jeweils 56 Prozent der Befragten, dass Großbritannien in der EU bleiben sollte. Es folgen Deutschland (52 Prozent), Schweden (51 Prozent), Frankreich (42 Prozent) und Norwegen (37 Prozent). Der Anteil der Bevölkerung, der einen Austritt des Königreiches befürworten würde, liegt zwischen 18 Prozent in Finnland und 32 Prozent in Frankreich.

Danach gefragt, wie die Bewohner der untersuchten Länder bei einem Referendum über den Verbleib ihres jeweiligen Landes in der EU abstimmen würden, zeigen sich deutliche Unterschiede. Würden in Deutschland und Dänemark noch jeweils mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) im Falle eines Referendums für den Verbleib in der EU stimmen, so sind es in Schweden und Finnland nur 45 Prozent, in Frankreich noch 42 Prozent. Hier rangieren die Anteile der Befragten, die einen Austritt ihres Landes befürworten würden zwischen 29 Prozent in Dänemark und 38 Prozent in Schweden. In Deutschland würde gegenwärtig weniger als ein Drittel (29 Prozent) für einen Austritt der Bundesrepublik stimmen.

Für den aktuellen YouGov EuroTrack wurden insgesamt 8359 Personen vom 19. bis 24. Mai 2016 repräsentativ befragt: 1764 Briten, 2056 Deutsche, 1001 Franzosen, 1006 Dänen, 1021 Schweden, 950 Finnen und 561 Norweger. In Deutschland wurde die Befragung im Rahmen des YouGov Omnibus durchgeführt.

Die Ergebnisse können hier heruntergeladen werden.

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