Gut jeder Dritte glaubt an getrennte Wahlkämpfe von CDU und CSU

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Fast jeder Zweite ist dafür, dass die Unionsparteien 2017 getrennt antreten. Profitieren würde nach Meinung vieler unter anderem die CSU.

Wenn Angela Merkel in ihrer Flüchtlingspolitik nicht einlenkt, droht CSU-Chef Horst Seehofer damit, dass seine Christsozialen unabhängig von der Schwesterpartei CSU in den Wahlkampf ziehen könnten. Seit Konstituierung des ersten Bundestages 1949 hatten die Unionsparteien als Fraktionsgemeinschaft gemeinsame Sache gemacht und für einen gemeinsamen Kandidaten Wahlkampf gemacht. Die CSU tritt nur in Bayern an, die CDU in den restlichen 15 Bundesländern.

Dass dies allerdings schon in gut einem Jahr nicht mehr der Fall sein wird und Horst Seehofer seine Drohung wahr macht, glaubt gut ein Drittel der Deutschen; der Anteil derer, die ein getrenntes Antreten gut fänden, ist sogar noch größer. Das ist das Ergebnis einer aktuellen YouGov-Umfrage.

Demnach sagen immerhin 37 Prozent der Befragten, sie fänden es „eher“ oder „sehr wahrscheinlich“, dass zur nächsten Bundestagswahl beide Parteien einzeln anträten. 48 Prozent halten dies für unwahrscheinlich. Befürworten würden ein solches getrenntes Antreten sogar 48 Prozent der Befragten, nur 26 Prozent würden es ablehnen.

Besonders interessant: Die Stimmung bei den eigenen Wählern ist zumindest in der Tendenz ähnlich. Auch bei den Anhängern der Union wäre knapp die Hälfte (46 Prozent) für ein getrenntes Antreten, 39 Prozent wären dagegen; die Gruppe derer, die keine Angaben machen ist entsprechend deutlich kleiner. Allerdings: Auch schon vor einem halben Jahr hatte es ganz ähnlich ausgesehen. Damals waren 48 Prozent der Unionswähler und 49 Prozent aller Befragten für ein getrenntes Antreten, 36 bzw. 24 Prozent dagegen.

Was sich deutlich mehr geändert hat, ist, wen die Deutschen als Profiteure erwarten würden. Denn während Anfang November noch 43 Prozent der Meinung war, die CSU selbst hätte einen Nachteil durch ein solches Vorgehen, glauben dies jetzt nur noch 34 Prozent. Dass die CSU profitieren würde, glauben mit 31 Prozent (November: 24 Prozent) kaum weniger.

Etwas anders die Veränderung bei der AfD. Dass die Partei profitieren würde, glauben 33 Prozent, an einen Nachteil 23 Prozent. Beide Werte sind in den vergangenen Monaten gestiegen. Dass ein solches getrenntes Antreten von CDU und CSU keinen Einfluss auf die AfD hätte, glauben hingegen immer weniger (20 Prozent, November: 28 Prozent).

Auf Basis des YouGov Omnibus wurden in Deutschland 1131 erwachsene Personen im Zeitraum vom 10. bis 13. Mai 2016 repräsentativ befragt.

Foto: Michael Sohn/AP/Press Association Images

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