München-Klischees im Realitätscheck

München-Klischees im Realitätscheck
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Zwischen Luxusmode und Tradition: Daten aus YouGov Profiles zeigen, wie der typische Münchner tickt.

Nicht nur die Bundeshauptstadt Berlin wird von vielen Menschen geliebt und von vielen gehasst. Ähnliches gilt auch für eine andere deutsche Millionenstadt: München. Doch während Berlin vor allem den Ruf hat laut, dreckig und aufregend zu sein, gilt die Bayerische Metropole als ruhiger und vor allem schicker.

Doch welche München-Klischees halten dem Realitätscheck stand? Das zeigen Daten aus YouGov Online.

Münchener gehen gerne einen trinken

Fragt man einen Deutschland-Besucher aus dem Ausland nach München, dürfte irgendwann am Anfang des Gespräches das Wort „Bier“ fallen. Nicht nur findet mit dem Oktoberfest das größte Volks- und Bierfest der Welt in der Bayerischen Landeshauptstadt statt, auch das Hofbräuhaus und die diversen Münchener Biere genießen Weltruhm.

So verwundert es kaum, dass die Münchener selbst auch gerne mal ein Bier trinken – und zwar besonders gerne außer Haus. Der Aussage „Alkohol trinke ich gerne in Gaststätten“ stimmen deutlich mehr Münchener zu als im Bundesdurchschnitt. Ähnliches gilt für die Aussage „Ich trinke Alkohol, um betrunken zu werden“.

Münchener sind (lokal)patriotisch

Dabei bleiben die Münchner übrigens gerne lokalpatriotisch: Zu den beliebteren Stammbiermarken gehören unter anderem Franziskaner und Paulaner. Einen ähnlichen Lokalpatriotismus zeigen die Münchener auch auf der Straße: BMW ist in der bayerischen Landeshauptstadt deutlich beliebter als im Rest der Republik.

Und sollte Deutschland in diesem Jahr Fußball-Europameister werden, dürfte der Jubel in München besonders groß sein. Und zwar nicht nur, weil besonders viele Nationalspieler sonst das Trikot von Bayern München tragen. Sondern auch, weil die Münchener signigikant häufiger als der Bundesschnitt angeben, bei internationalen Sportverantstaltungen patriotisch zu werden.

Allerdings: Auch der Aussage "Ich entdecke gerne andere Kulturen und neue Ideen" stimmen die Münchener, Großstädter wie sie nun einmal sind, besonders häufig zu.

Münchener legen Wert auf’s Äußere – und auf Qualität

München gilt als reichste Großstadt Deutschlands. So sind etwa die Mietpreise meist höher als selbst in der Bankerstadt Frankfurt. Kein Wunder also, dass sich nicht nur auf der Maximiliansstraße die Luxusmarken tummeln – und nicht nur von Touristen gekauft werden. So werden mehrere dieser Marken, von Burberry bis Versace, von Münchenern überdurchschnittlich häufig getragen.

Dazu kommt: Die Münchener selbst beschreiben signifikant häufiger als der Rest der Bevölkerung ihren eigenen Stil als teuer und geben an, exklusive Produkte und Dienstleistungen zu bevorzugen und „hochwertige Produkte“ zu besitzen – und dafür gerne auch mehr zu zahlen. Und manchmal kaufen sie nach eigenen Angaben auch Dinge, die sie gar nicht brauchen.

Allerdings zahlen sie nicht nur gerne mehr für Exklusivität: Auch Fair-Trade-Produkte und Produkte von Unternehmen, deren Werte und ethischen Ansprüche mit den eigenen übereinstimmen, finden bei ihnen besonderen Anklang.

Das Ganze hat aber auch eine Schattenseite: Münchener geben deutlich häufiger als der Bevölkerungsschnitt an, dass sie neidisch sind auf den Lebensstil ihrer Freunde.

Die mit YouGov Profiles analysierten Daten stammen aus einem wöchentlich aktualisierten Datensatz aus den letzten 12 Monaten (Stand: 01.05.2016). Für diese Analyse wurden 1008 Personen untersucht, die in München leben. Deren Zustimmungsrate zu verschiedenen Aussagen sowie weitere Angaben wurden mit denen der Gesamtbevölkerung verglichen. Der Vergleich der Gruppen erfolgt mithilfe von Z-Scores. Mehr darüber finden Sie hier.

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