Eurovision Song Contest: Briten schauen zu, um sich lustig zu machen

Eurovision Song Contest: Briten schauen zu, um sich lustig zu machen
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Für die deutschen Zuschauer zählt vor allem der Wettbewerbscharakter – die Lieder scheinen für die Viele eher zweitrangig.

Zum 61. Mal findet der Eurovision Song Contest (ESC) in diesem Jahr statt. Und wieder dürfte der vermutlich größte Musikwettbewerb der Welt über 200 Millionen Zuschauer vor den Fernseher locken. Allerdings nicht vorrangig wegen der Musik, wie eine aktuelle Umfrage im Rahmen des YouGov Eurotrack zeigt.

Dabei wurden die Befragten gebeten anzugeben, was Gründe dafür sein würden, wegen derer sie den ESC anschalten würden. Die Ergebnisse in den sieben untersuchten Ländern unterschieden sich dabei massiv: Während in Großbritannien 27 Prozent der Befragten die Fernsehkommentare als Grund angeben und 21 Prozent die Möglichkeit, sich über die Kandidaten lustig zu machen, würden in Dänemark (22 Prozent) und Schweden (38 Prozent) die Menschen vor allem zuschauen, weil Freunde und/oder Familie das tun. In Deutschland hingegen scheint es vor allem um den Wettbewerb zu gehen (24 Prozent) sowie die Neugier auf andere Kulturen (25 Prozent).

Wer wirklich zuschaut, dem scheinen die Songs nicht selten dann aber doch irgendwie zu gefallen. In jedem der sieben untersuchten Länder ist die häufigste Antwort auf die Frage, welcher Teil des Wettbewerbs am besten gefällt, „die Lieder“ - und in Deutschland hatte eine YouGov-Umfrage nach der rückgängig gemachten Xavier-Naidoo-Nominierung etwas ähnliches ergeben. Allerdings: In Norwegen und Großbritannien sind die Lieder auch das, was erfahrenen ESC-Zuschauern am häufigsten nicht gefällt, in Deutschland und Frankreich nimmt diesen Platz die Abstimmung ein.

Die wird übrigens in diesem Jahr nach neuen Regeln durchgeführt: In einem ersten Durchgang werden nur die Stimmen der Jury verteilt, bevor dann im Anschluss die Stimmen der Zuschauer aus allen Ländern zusammengerechnet und am Ende bekannt gegeben. Die Organisatoren meinen, dass so ein "dramatisches Ende" entsteht, da der Gewinner erst am Ende enthüllt wird.

Ob das am Ende zu einer Verbesserung führt, ist unklar – die Zuschauer sind aber durchaus zuversichtlich: In allen sieben untersuchten Ländern glauben mehr Menschen an eine Verbesserung als an einer Verschlechterung des Systems. Am positivsten stehen den neuen Regeln Franzosen (Verbesserung: 35 Prozent, Keine Änderung: 32 Prozent, Verschlechterung: 5 Prozent) und Finnen (38/24/10 Prozent) gegenüber, etwas knapper ist es zum Beispiel in Dänemark (25/27/10 Prozent).

Für den aktuellen YouGov Eurotracker wurden insgesamt 8751 Personen vom 21. bis 25. April 2016 repräsentativ befragt: 2033 Briten, 2060 Deutsche, 1001 Franzosen, 1009 Dänen, 1022 Schweden, 1006 Finnen und 620 Norweger. Zur Motivation wurden nur die Personen befragt, die schon einmal vom "Eurovision Song Contest" gehört hatten, zu den einzelnen Show-Aspekten und zum neuen Abstimmungsmodus nur jene, die schonmal zugeschaut haben. In Deutschland wurde die Befragung im Rahmen des YouGov Omnibus durchgeführt.

Foto: Gonzales Photo/Demotix/Press Association Images

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