"Schießbefehl" und Verfassungstreue der AfD: Informationen zu unserer Umfrage

"Schießbefehl" und Verfassungstreue der AfD: Informationen zu unserer Umfrage
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Unsere Umfrage zum Waffeneinsatz an der Grenze und zur AfD hat für Diskussionen gesorgt – und für zahlreiche Nachfragen. Wir beantworten die Wichtigsten.

Was haben Sie gefragt?

Aufgrund der Diskussionen über die Alternative für Deutschland (AfD) und der Aussagen vor allem der AfD-Politikerin Beatrix von Storch haben wir gut 2000 Menschen in Deutschland gefragt, ob Sie den Einsatz von Waffengewalt gegen Flüchtlinge für gerechtfertigt halten. Im Wortlaut: „Halten Sie es für gerechtfertigt, unbewaffnete Flüchtlinge mit Waffengewalt am Grenzübertritt zu hindern oder halten Sie dies nicht für gerechtfertigt?“

Gleichzeitig haben wir gefragt, ob die Menschen eine Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz („Die Landesämter und das Bundesamt für Verfassungsschutz beobachten in Deutschland Parteien und Organisationen, die im Verdacht stehen, Ziele, die dem Grundgesetz entgegenstehen, zu verfolgen. Mehrere Politiker haben gefordert, auch die Partei Alternative für Deutschland (AfD) vom Verfassungsschutz beobachten zu lassen. Würden Sie dies befürworten oder ablehnen?“) befürworten oder ablehnen würden, und ob Sie glauben ob die Partei bzw. Teile verfassungsfeindliche Ziele verfolgen.

Und was ist dabei herausgekommen?

Gut die Hälfte der Befragten (57 Prozent) hält es für nicht gerechtfertigt, unbewaffnete Flüchtlinge mit Waffengewalt am Grenzübertritt zu hindern, 29 Prozent halten es für gerechtfertigt. Der Rest (14 Prozent) wählte die Antwortoption „Weiß nicht/Keine Angabe“.

Gleichzeitig würden 59 Prozent der Befragten eine Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz „eher“ oder „voll und ganz befürworten“, 28 Prozent wären dagegen. Auch hier wählten 14 Prozent die Option „Weiß nicht/Keine Angabe“.

Bei der zweiten Frage zur Verfassungstreue der AfD wiederum sagte etwa ein Viertel der Befragten (24 Prozent), die Partei verfolge verfassungsfeindliche Ziele. Dass dies zwar nicht die ganze Partei tue, aber einzelne Teile der Partei, glauben 44 Prozent. Jeweils 16 Prozent sagten, die Partei verfolge keine verfassungsfeindlichen Ziele bzw. machten keine Angaben.

Wie wurden die Daten erhoben? Und: Sind die Ergebnisse repräsentativ?

Die Daten wurden in einer Online-Umfrage mit insgesamt 2080 Mitgliedern unseres Panels erhoben. Um daraus Ergebnisse zu bekommen, die repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren sind, werden die Ergebnisse anhand von Zahlen des Mikro-Zensus z.B. nach Alter und Region gewichtet. Weitere Informationen zum Omnibus Daily, im Rahmen dessen auch diese Umfrage lief, erhalten Sie auf der entsprechenden Unterseite.

Gab es einen Auftraggeber?

Nein, wir haben die Umfrage ohne Auftraggeber durchgeführt.

Aber die Ergebnisse standen doch in der Zeitung!?

Ja, die Ergebnisse haben wir dann an unsere Medienpartner weitergeben – auf die wir natürlich, was die Deutung der Ergebnisse angeht, keinen Einfluss nehmen. So kam es dann auch zu so unterschiedlichen Überschriften wie „Laut Umfrage: Jeder Vierte ist für einen Schießbefehl“, „57 Prozent der Deutschen würden nicht auf Flüchtlinge schießen“, „Jeder Vierte hält Waffengebrauch für gerechtfertigt“, „ERSCHRECKENDE UMFRAGE: Jeder VIERTE würde auf Flüchtlinge schießen lassen“ oder „Mehrheit für Beobachtung der AfD“. All diese Artikel basieren auf den gleichen Daten, deuten die Zahlen aber mitunter unterschiedlich – das ist ihr gutes Recht. Schließlich lassen sich die Ergebnisse auf unterschiedliche Art verstehen.

Foto: dpa

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