Zuwanderung steht europaweit auf der Agenda weit oben

Zuwanderung steht europaweit auf der Agenda weit oben
Von

Mehrheiten in mehreren europäischen Ländern – auch Deutschland – befürworten, dass Flüchtlingen durch Behörden Geld und Wertsachen abgenommen werden.

Dänemark, die Schweiz und mehrere Bundesländer in Deutschland haben etwas gemeinsam: Flüchtlingen werden dort jeweils (bis zu einer gewissen Freigrenze) Geld und Wertsachen abgenommen, um für ihre Versorgung zu zahlen. Besonders die dänische Regelung hatte für Kritik gesorgt - sowohl im In- als auch im Ausland.

Allerdings gibt es in vielen Ländern Europas eine deutlich größere Zustimmung zu solchen Regelungen. Das zeigt der aktuelle YouGov Eurotrack, für den Menschen in sieben europäischen Ländern befragt wurden. Dabei befürworten deutliche Mehrheiten in Deutschland (62 Prozent), Finnland (55 Prozent) und Großbritannien (54 Prozent) eine solche Politik, während in Frankreich der Abstand zwischen Befürwortern (39 Prozent) und Ablehnern (30 Prozent) deutlich kleiner ist.

In Dänemark selbst ist die Sache sehr umstritten: 38 Prozent befürworten die neue Regelung, 39 Prozent sind dagegen. Im Parlament hatten sich die Befürworter mit 81 zu 27 Stimmen allerdings deutlich durchgesetzt. Norwegen ist derweil das einzige Land, in dem es signifikant mehr Gegner (43 Prozent) als Befürworter (33 Prozent) einer solchen Regelung gibt.

Darüber hinaus sagen die Menschen in sechs der sieben untersuchten Länder, dass Zuwanderung eher schlecht als gut für ihr Land ist – vor allem in Frankreich (59 Prozent) und Finnland (56 Prozent). Allerdings sagen jeweils 20 bis 30 Prozent auch, dass Zuwanderung per se weder gut noch schlecht für ihr Heimatland ist. Und in Schweden liegen die Menschen, die einen positiven Effekt sehen (39 Prozent) sogar knapp vor jenen, die einen negativen Effekt sehen (37 Prozent).

Dazu kommt: In allen untersuchten Ländern ist das Thema Zuwanderung derzeit ganz weit oben auf der Agenda. Briten, Schweden, Finnen und Norweger sehen das Thema als das derzeit wichtigste an, in Deutschland und Dänemark ist die Flüchtlingskrise als eigenes Thema auf Platz eins. Lediglich die Franzosen finden zwei andere Themen noch wichtiger. Dort gilt der Kampf gegen die Terrormiliz IS als wichtigstes Thema, vor der Armut im eigenen Land. Einwanderung liegt auf Platz 3, die Flüchtlingskrise auf Platz 5.

% der Befragten in den untersuchten Ländern, die das Thema derzeit für besonders wichtig für ihr Land halten. Klicken Sie zum Sortieren auf den Spaltenkopf

20. bis 27. Januar 2016

Bei einer internationalen YouGov-Umfrage im November, kurz nach den Anschlägen von Paris, hatten sich die Franzosen deutlich häufiger besorgt aufgrund des internationalen Terrorismus gezeigt als die Menschen in anderen Ländern.

Für den aktuellen YouGov EuroTrack wurden insgesamt 8340 Personen vom 20. bis 27. Januar 2016 repräsentativ befragt: 1694 Briten, 2041 Deutsche, 999 Franzosen, 997 Dänen, 1019 Schweden, 1003 Finnen und 610 Norweger. In Deutschland wurde die Befragung im Rahmen des YouGov Omnibus durchgeführt.

Foto: Ole Jensen/Demotix/Press Association Images

Bitte lesen Sie unsere Community-Regeln, bevor Sie posten.