Das sind die größten Probleme für die Weltgemeinschaft

Das sind die größten Probleme für die Weltgemeinschaft
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Von insgesamt 17 Ländern halten die Deutschen mit am häufigsten Armut und Hunger für die drängendsten Probleme der Weltgemeinschaft – ebenso wie Atombomben.

Gleich zwei Abkommen wurden im vergangenen Jahr vereinbart, mit denen sich die Länder der Welt die Aufgabe gegeben haben, die Lebensqualität auf dem Planeten zu erhalten – und zu verbessern. Neben neuen UN-Entwicklungszielen – durch die zum Beispiel der Hunger in der Welt beendet werden soll - wurde im Dezember auch ein von vielen als „historisch“, von manchen aber auch als wertlos, angesehenes neues Klimaabkommen vereinbart.

Eine aktuelle internationale YouGov-Umfrage zeigt nun, dass sowohl Armut, Trinkwassermangel und Hunger als auch der Klimawandel zu den Problemen gehören, die besonders häufig zu den Herausforderungen für die Weltgemeinschaft gezählt werden – hinter Terrorismus, aber vor bewaffneten Konflikten.

Für die Umfrage wurden die Menschen in 17 Ländern in Asien, Nordamerika, Europa, dem Nahen und Mittleren Osten sowie Australien im November und Dezember 2015 gefragt, welche von neun Themen sie für besonders drängend für die Welt als Ganzes sehen, und welches davon sie für das drängendste halten. Daraus wurde dann eine Art „Anteil an den Sorgen der Weltgemeinschaft“ errechnet, damit sowohl die Breite als auch die Dringlichkeit der Sorgen abgedeckt werden.

Von den neun Themenbereichen erreicht der internationale Terrorismus mit einem „Sorgen-Anteil“ von 25,1 Prozent den höchsten Wert, vor Armut, Hunger und Trinkwassermangel (15,2 Prozent), Klimawandel (12,8 Prozent), militärischen Konflikten (10,6 Prozent) sowie wirtschaftlicher Instabilität (10,0 Prozent).

In Deutschland sind die beiden erstgenannten Sorgen überdurchschnittlich ausgeprägt (28,3 bzw. 18,3 Prozent) ebenso wie Nuklearwaffen (6,4 Prozent). Letztere spielen hingegen insgesamt nur eine untergeordnete Rolle (4,8 Prozent).

Zahlreiche politische und gesellschaftliche Ereignisse und Entwicklungen der letzten Jahre haben in den Daten ihre Spuren hinterlassen. So ist in China, wo in den vergangenen Jahren mehrere Grippearten (SARS, Schweinegrippe, MERS etc.) gewütet haben, ist die Sorge vor der Ausbreitung von Krankheiten besonders groß, in Saudi-Arabien, dass im Jemen Teil eines militärischen Konfliktes ist, ist die Angst vor eben solchen besonders hoch. Und weil die französischen Daten kurz nach den Anschlägen von Paris erhoben wurden, verwundert es kaum, dass dort internationaler Terrorismus den höchsten „Sorgen-Anteil“ hat (33,7 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt von 25,1 Prozent).

Die Zahlen zeigen den "Sorgen-Anteil" der verschiedenen Themenbereiche in den untersuchten Staaten. Bewegen Sie den Mauszeiger über ein Land, um die jeweiligen Werte zu sehen.

Europa
Asien
Australien
Nordamerika
Naher und Mittlerer Osten

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November/Dezember 2015

Männer und Frauen

Unterschiede gibt es aber nicht nur zwischen den Menschen in den 17 untersuchten Ländern, sondern auch zwischen Männern und Frauen – wobei die Unterschiede im Westen allgemein größer sind als im Osten.

Die Frauen im Westen sind dabei vor allem besorgt aufgrund von Terrorismus, Hunger und Armut, jene in östlichen Ländern eher um militärische Konflikte und Krankheiten.

Den Männern macht weltweit im Verhältnis besonders häufig wirtschaftliche Instabilität Sorgen sowie das Bevölkerungswachstum – wobei auch hier im Westen die Unterschiede deutlich größer sind als im Osten.

Für die Umfrage wurden im November und Dezember insgesamt 18.235 Personen in 17 Ländern (Deutschland, Australien, Finnland, Großbritannien, Norwegen, Frankreich, USA, Schweden, Dänemark, China, Honkong, Singapur, Malaysia, Indonesien, Thailand, V.A.E. und Saudi-Arabien) befragt. In Deutschland wurden auf Basis des YouGov Omnibus 2006 Personen im Zeitraum vom 23. bis 25. November 2015 repräsentativ befragt. Die Zahlen für Deutschland, Australien, Finnland, Großbritannien, Norwegen, Frankreich, USA, Schweden, Dänemark, Singapur, Malaysia,V.A.E. und Saudi-Arabien sind repräsentativ für die jeweilige volljährige Bevölkerung, die Daten für China, Honkong, Indonesien und Thailand für volljährige Internetnutzer.

Foto: Karim Kadim/AP/Press Association Images

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