Skandinavier halten Klimagipfel für Erfolg – Deutsche eher nicht

Skandinavier halten Klimagipfel für Erfolg – Deutsche eher nicht
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Der Pariser Klimagipfel im Dezember wurde in vielen Ländern intensiv verfolgt – ob er aber ein Erfolg war, darüber herrscht Uneinigkeit.

Am Ende war der Jubel groß. In Paris hatten sich Abgesandte aus knapp 200 UN-Mitgliedsländern auf ein gemeinsames Abkommen geeinigt. Politiker und andere Akteure bezeichneten den Klimagipfel im Dezember als großen Erfolg – auch wenn einige vor der Diskrepanz zwischen den vereinbarten Zielen und der realen Klimapolitik warnten.

Insbesondere in Deutschland scheint diese Kritik angekommen zu sein. Denn hierzulande hält die Mehrheit den Klimagipfel für einen Misserfolg – im Gegensatz zu den Menschen in sechs anderen europäischen Staaten. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage im Rahmen des YouGov-Eurotrack.

Demnach sagen hierzulande mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent), dass ihrer Meinung nach der Klimagipfel trotz der Einigung „eher“ oder „sehr erfolglos“ war, jeder Dritte (34 Prozent) würde ihn als Erfolg bewerten.

Insbesondere in Skandinavien sehen die Menschen das überwiegend anders. 42 Prozent der Norweger, 47 Prozent der Schweden, 51 Prozent der Dänen und sogar 58 Prozent der Finnen halten den Gipfel für erfolgreich, deutlich mehr als ihn jeweils für erfolglos halten. Und auch in Frankreich und Großbritannien sind mehr Befragte der Meinung, dass Paris ein Erfolg war, als dass der Gipfel ein Misserfolg war.

Verfolgt wurde der Klimagipfel allerdings in allen sieben untersuchten Ländern – wenn auch nicht von jedem Befragten gleichermaßen. 25 Prozent der Dänen, 37 Prozent der Deutschen und sogar 42 Prozent der gastgebenden Franzosen haben den Gipfel „eher“ oder „sehr genau“ verfolgt – so viel Aufmerksamkeit dürften Klimathemen sonst nur selten erhalten. Interessant ist aber noch eine andere Zahl: Gar nichts mitbekommen vom Klimagipfel haben in diesen drei Ländern nur 10, 7 beziehungsweise 3 Prozent.

Auch vor dem Klimagipfel hatte YouGov die Menschen in mehreren europäischen Ländern befragt - und noch während des Gipfels hielt nur ein Drittel eine Einigung für wahrscheinlich.

Für den aktuellen YouGov Eurotrack wurden insgesamt 8317 Personen in sieben europäischen Ländern vom 16. bis 22. Dezember 2015 repräsentativ befragt, darunter 2032 Deutsche. In Deutschland wurde die Befragung im Rahmen des YouGov Omnibus durchgeführt.

Foto: Raa Jonathan/ABACA/Press Association Images

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