US-Vorwahlen: Bernie Sanders vor Hillary Clinton

US-Vorwahlen: Bernie Sanders vor Hillary Clinton
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Im „Battlefield Tracker“ von YouGov USA und CBS liegt der Parteilinke Sanders bei den Demokraten vorn. Bei den Republikanern führt weiter Donald Trump.

Viereinhalb Monate vor den ersten Vorwahlen im Bundestaat Iowa kommt Hillary Clinton hier – wie auch in New Hampshire – hinter dem Parteilinken Bernie Sanders nur noch auf Rang 2. In der ersten Welle des „2016 Battleground Trackers“ von YouGov und CBS News liegt sie bis zu 22 Prozentpunkte hinter Sanders. Lediglich in South Carolina, wo ebenfalls im Februar 2016 Vorwahlen abgehalten werden, liegt die ehemalige First Lady und US-Außenministerin noch vorne.

In den beiden Staaten, in denen am 1. bzw.  9. Februar 2016 die Kandidatenauswahl beginnt, führt gegenwärtig Bernie Sanders. In New Hampshire würden 52 Prozent der wahrscheinlichen Wähler bei einer Vorwahl den Parteilinken Sanders wählen. Clinton, die lange Zeit als haushohe Favoritin auf die Kandidatur galt, erreicht lediglich 30 Prozent. Aber auch in Iowa liegt Sanders vorne. Dort erreicht er 43 Prozent – 10 Prozentpunkte mehr als Clinton.

Der dritte prominente Demokrat im Rennen, Joe Biden, erreicht in Iowa und New Hampshire lediglich 10 bzw. 9 Prozent. Doch in South Carolina liegt der aktuelle Vizepräsident, der allerdings noch gar nicht offiziell bekannt gegeben hat, ob er antritt, mit 22 Prozent gleichauf mit Bernie Sanders (23 Prozent) – aber deutlich hinter Hillary Clinton.

Während die Wählerschaft der Demokraten in Iowa und New Hampshire überweigend weiß ist, sieht es in South Carolina anders aus. Dort machen Afroamerikaner mehr als die Hälfte der Wähler der Demokraten aus – und könnten Clinton den Sieg in dem Bundesstaat bringen. Denn während weiße Demokraten in South Carolina eher (46 zu 39 Prozent) für Sanders stimmen würden, liegt Clinton bei den afroamerikanischen Wählern 46 Prozentpunkte in Führung. Auch Frauen würden eher Clinton wählen: Ihre Werte sind bei weiblichen Wählern 7 Prozentpunkte höher als bei männlichen, in New Hampshire sogar 12.

Republikaner: Trump führt weiter

Auf der Seite der Republikaner führt weiter Donald Trump. Schärfster Gegner des Millardärs scheint derzeit der ehemalige Neurochirurg Ben Carson zu sein. In Iowa liegt Carson mit einem Viertel der Stimmen (25 Prozent) nur knapp hinter Trump (29 Prozent). Berücksichtigt man auch die Frage nach einem „Alternativkandidaten“ („second choice“), liegt Carson sogar vor Trump, der viele in der Partei gegen sich aufgebracht hat.

Den größten Vorsprung hat Trump demnach in New Hampshire, wo er derzeit auf 40 Prozent der republikanischen Wähler zählen könnte. Auch hier liegt Ben Carson auf Rang zwei – mit 12 Prozent der Stimmen aber weit abgeschlagen. Jeb Bush, Bruder bzw. Sohn der ehemaligen Präsidenten George Bush und George W. Bush, und lange Zeit einer der Favoriten auf die Nominierung, ist in den Umfragen mittlerweile sehr weit abgeschlagen. Am besten sieht es noch in New Hampshire (6 Prozent) aus, wo er sich Platz 5 mit Rand Paul teilt.

Bemerkenswert ist, dass drei der vier Führenden in New Hampshire bislang noch nie in ein öffentliches Amt gewählt wurden – die einzige Ausnahme ist John Kasich, Gouverneur von Ohio. In allen drei hier untersuchten Staaten würde die Mehrheit einen „Nicht-Politiker“ – den Unternehmer Donald Trump oder den Mediziner Ben Carson – wählen, während jeder andere Kandidat im einstelligen Bereich bleibt.

Kurz nach Durchführung der Umfragen gab Rick Perry bekannt, seinen Wahlkampf einzustellen. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass dies einen großen Einfluss hat. Denn der ehemalige Gouverneur von Texas erreichte in keinem der drei Bundesstaaten mehr als 1 Prozent.

Methodik

Der YouGov / CBS News 2016 Battleground Tracker basiert auf Befragungen von registrierten Wählern, die schon einmal bei den Vorwahlen in Iowa, New Hampshire und South Carolina abgestimmt haben. Die Umfrage wurde online durchgeführt, enthalten sind aber auch Befragte, die telefonisch kontaktiert wurden. 

Die demokratische Stichprobe umfasst 548 potentielle Wähler in New Hampshire, 528 in South Carolina, und 646 potentielle Wähler in Iowa. Der republikanische Teil der Stichprobe enthält 610 potentielle Wähler bei den republikanischen Vorwahlen in New Hampshire, 1002 in South Carolina, und 705 potentielle Wähler beim Caucus in Iowa.

Eine ausführlichere Beschreibung der Methodik (auf Englisch) finden Sie hier.

Fotos: Charlie Neibergall/AP/Press Association Images

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