Musik-Streaming: Jeder Fünfte wäre bereit zu zahlen

Musik-Streaming: Jeder Fünfte wäre bereit zu zahlen
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Musik offline hören und eine größere Auswahl - dafür würden viele bei einem Streamingdienst Geld ausgeben. Vor allem die, die schon regelmäßig streamen.

Knapp jeder dritte deutsche Internetnutzer streamt regelmäßig Musik im Internet – und jeder Zweite davon würde grundsätzlich für die Streams bezahlen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen YouGov-Umfrage. Dabei gaben 30 Prozent der Befragten an, dass sie mindestens einen Musik-Streaming-Dienst regelmäßig nutzen würden.

Jeder fünfte Befragte (21 Prozent) ist grundsätzlich bereit, für den unbegrenzten Musikgenuss zu zahlen. Mehr als zwei Drittel (70 Prozent) sagen hingegen, dass sie nicht für Musikstreams zahlen würden. Allerdings: Unter den regelmäßigen Streaming-Nutzern würde etwa jeder Zweite (46 Prozent) zahlen.

Und zwar am ehesten dafür, die Musik auch offline hören zu können. Das wäre zwei von drei Befragten mit der grundsätzlichen Bereitschaft, etwas zu bezahlen (67 Prozent) Geld wert. Aber auch eine größere Auswahl (60 Prozent) oder eine höhere Tonqualität (56 Prozent) wären manch einem einen monatlichen Beitrag wert.

Der beliebteste und bekannteste Streamingdienst ist in Deutschland Spotify: 14 Prozent der Befragten (47 Prozent der Streaming-Nutzer) hören regelmäßig Musik über den Dienst aus Schweden, 57 Prozent der Befragten (72 Prozent der Streaming-Nutzer) ist er ein Begriff. Aber auch der deutsche Dienst Simfy ist bereits jedem dritten Befragten (33 Prozent) ein Begriff – ebenso vielen wie das gestern gestartete Apple Music.

Im Zuge von dessen Einführung wurde auch eine vielfach vorgebrachte Kritik wieder laut: Die Künstler verdienen am Streaming relativ wenig. So beschwerte sich US-Popstar Taylor Swift in einem offenen Brief an Apple, dass die Künstler in den für die Nutzer kostenlosen ersten drei Monaten keinen Cent erhalten sollten – letztlich erfolgreich.

Viele regelmäßige Streaming-Nutzer können den Ärger nachvollziehen: 41 Prozent von ihnen stimmen zu, das Künstler zu wenig durch das Streaming verdienen, 43 Prozent würden dem widersprechen. Allerdings: Vier von fünf Streamingnutzern (79 Prozent) sagen, Streaming sei immerhin besser als Raubkopien und sogar 86 Prozent schätzen die Technologie dafür, dass man durch sie neue Musik entdecken kann.

Einem Argument mancher Streaming-Gegner würden die meisten Nutzer allerdings widersprechen: Dass immer verfügbare Streams letztlich die Musik entwerten, findet nur jeder Vierte von ihnen (25 Prozent).

Auf Basis des YouGov Omnibus wurden 1370 Personen im Zeitraum vom 26. bis 30. Juni 2015 repräsentativ befragt.

Fotos: Lauren Hurley/PA Wire/Press Association Images / Richard Levine/Demotix/Press Association Images (Umfragebild)

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