Weiterhin großes Verständnis für Kita-Streiks

Weiterhin großes Verständnis für Kita-Streiks
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Auch nach knapp drei Wochen ist das Verständnis für die streikenden Erzieherinnen und Erzieher ungebrochen. Allerdings hat nur eine kleine Minderheit die Auswirkungen überhaupt gespürt.

Seit mittlerweile knapp drei Wochen streiken die Erzieherinnen und Erzieher in öffentlichen Kindertagesstätten. Die Gewerkschaft Verdi fordert für die etwa 240.000 Erzieher und Sozialarbeiter eine höhere Gehaltsstufengruppe – was im Durchschnitt etwa 10 Prozent mehr Gehalt bedeuten würde.

Auch wenn in der vergangenen Woche einige Eltern lautstark ein Ende der Streiks forderten – in der Bevölkerung stehen nach wie vor viele Menschen hinter den streikenden Erzieherinnen und Erziehern. Das ist das Ergebnis einer aktuellen YouGov-Umfrage. Demnach gaben drei von fünf Befragten (61 Prozent) an, Verständnis für die Streiks zu haben. 28 Prozent haben kein Verständnis. Damit hat sich die Stimmung in den vergangenen zwei Wochen nur minimal geändert: Bei einer vergleichbaren YouGov-Umfrage Mitte des Monats hatten 63 Prozent Verständnis für den Streik geäußert.

Allerdings hat auch nur ein Bruchteil der Befragten überhaupt Auswirkungen des Ausstandes gespürt. Dies dürfte auch daran liegen, dass nur kommunale Kindertagesstätten bestreikt werden – und selbst diese vielerorts nicht flächendeckend. So gaben nur jeder 7 Prozent der Befragten an, aufgrund des Streiks die Betreuung von Kindergartenkindern übernommen zu haben, fast neun von zehn Befragten (87 Prozent) taten dies nicht.

Leidtragende des Streikes sind in den Augen vieler Deutscher neben den Eltern auch deren Arbeitgeber. Drei von fünf Befragten (62 Prozent) sagen, dass diesen durch den Streik Schaden entsteht. Bei den Eltern glauben dies 72 Prozent. Aber auch die Kinder leiden nach Ansicht von gut der Hälfte der Befragten (54 Prozent) unter dem Streik. Interessant ist allerdings, dass wesentlich weniger Menschen die Arbeitgeber der Erzieherinnen und Erzieher – also die Kommunen – durch den Streik zu den Leidtragenden zählen: Dies tun nur 41 Prozent der Befragten.

Profiteure des Streiks sind nach Ansicht der meisten Deutschen erwartungsgemäß die Arbeitnehmer: 56 Prozent glauben, dass sie profitieren. Für die Gewerkschaften Verdi und GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft), die zu den Streiks aufgerufen hatten, glauben dies immerhin 43 Prozent.

Auf Basis des YouGov Omnibus wurden 1013 Personen im Zeitraum vom 22. bis 26. Mai 2015 repräsentativ befragt.

Fotos: Florian Boillot/Demotix/Press Association Images / Dominic Lipinski/PA Wire (Umfragebild)

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