Generationen sehen Muttertag unterschiedlich

Generationen sehen Muttertag unterschiedlich
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Viele Deutsche finden den Muttertag zu kommerziell, feiern ihn aber trotzdem. Uneins sind sich Jung und Alt auch darüber, ob es Mütter heute leichter oder schwerer haben als früher.

Der Muttertag wird in Deutschland seit über 90 Jahren gefeiert. Dabei hat er eine wechselvolle Geschichte hinter sich: Als Ehrentag aus den USA nach Europa geschwappt, wurde er in Deutschland vom „Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber“ organisiert und später von den Nazis für ihre Propaganda missbraucht. All das konnte dem Feiertag jedoch nichts anhaben.

Aber wie lebt es sich eigentlich als Mutter? Waren Mütter nicht früher viel schlimmer dran? Darüber sind sich Jung und Alt uneins. Das ist das Ergebnis einer aktuellen YouGov-Umfrage. Jüngere Befragte sind demnach eher der Meinung, dass es heutige Mütter schwerer hatten, während ältere es genau andersherum sehen. So glauben zwei von fünf 18- bis 24-Jährigen (38 Prozent), dass es Mütter heute schwerer hätten, während nur etwa halb so viele (20 Prozent) das Mütterdasein heute für leichter halten. Bei den Über-55-Jährigen sagen 42 Prozent, Mütter hätten es heute leichter, jeder Fünfte (22 Prozent) sagt das Gegenteil.

Auch das Geschlecht der Befragten spielt eine Rolle: Männer sind eher der Meinung, dass es Mütter heute leichter haben, Frauen glauben eher das Gegenteil. Allerdings sind die Unterschiede hier nicht so groß. Die Amerikaner waren sich in der Frage vor zwei Jahren übrigens einiger: Die Mehrheit (58 Prozent) gab dort an, dass es Mütter heute schwerer hätten. Und in einer YouGov-Umfrage in Deutschland waren in diesem März Mütter neben Mahatma Gandhi am häufigsten als persönliche Helden genannt worden.

Der Muttertag hat sich auch so lange halten können, weil viele Menschen ihn nutzen, um der eigenen Mutter "Danke" zu sagen - auch wenn ebenfalls viele Deutsche finden, dass er zu kommerzialisiert ist. Letzterer Aussage stimmen zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) zu, jeder Vierte (26 Prozent) tut dies nicht. Interessant ist auch hier der Unterschied zwischen den Altersgruppen: Findet bei den jüngeren Befragten zwischen 18 und 24 Jahren nur gut jeder Zweite (53 Prozent) den Muttertag zu kommerziell, tun das bei den Über-55-Jährigen drei von vier Befragten (75 Prozent).

Keinen Altersunterschied gibt es dagegen bei der Zustimmung dazu, dass der Muttertag eine schöne Gelegenheit sei, der eigenen Mutter danke zu sagen. Insgesamt stimmen dem drei von viel Befragten (77 Prozent) zu, nur gut jeder Sechste (18 Prozent) ist anderer Meinung. Deshalb verwundert es auch nicht, dass immerhin 44 Prozent der Befragten in diesem Jahr etwas zum Muttertag verschenken wollen – und zwar vor allem Blumen (49 Prozent).

Auf Basis des YouGov Omnibus wurden 1.319 Personen im Zeitraum vom 5. bis 8. Mai 2015 repräsentativ befragt.

Foto: Craig Shepheard /Demotix/Press Association Images / Brendan Donnelly /Demotix/Press Association Images (Umfragebild)

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