Mehrheit gegen Fracking

Mehrheit gegen Fracking
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Die umstrittene Fördermethode für Erdgas wird von mehr als der Hälfte der Deutschen abgelehnt. Denn Viele halten sie für unsicher.

Mit strengen Auflagen möchte die Bundesregierung das umstrittene Fracking erlauben. Dabei wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien unter hohem Druck in tief liegende Gesteinsschichten gepresst. Diese brechen auf und geben Erdgas frei. Vielen Abgeordneten geht der Entwurf der Bundesregierung nicht weit genug. Sie fordern ein großflächiges Verbot kommerziellen Frackings.

Auch eine Mehrheit in der Bevölkerung steht dem Fracking kritisch gegenüber. Das ist das Ergebnis einer aktuellen YouGov-Umfrage. Demnach würde es lediglich jeder Achte (12 Prozent) „eher“ oder „voll und ganz“ befürworten, durch Fracking Öl und Gas aus der Tiefe zu fördern, mehr als die Hälfte (56 Prozent) würde es „eher“ oder „ganz und gar“ ablehnen. Jeder Fünfte (20 Prozent) steht dem Thema neutral gegenüber.

Befürworter des Frackings erhoffen sich durch die Förderung von Fracking unter anderem mehr Unabhängigkeit in der Energieversorgung, Kritiker hingegen befürchten große Umweltschäden. Für die Mehrheit (72 Prozent) der Bevölkerung ist dabei – wie schon bei einer YouGov-Umfrage im Dezember 2013 – der Umweltschutz das wichtige Argument, nur jeder Sechste (16 Prozent) hält die Unabhängigkeit der Energieversorgung für wichtiger.

Diese Prioritätensetzung dürfte eine Erklärung sein, wieso das Fracking in Deutschland so kritisch gesehen wird. Denn dazu kommt: Zwei Drittel der Deutschen (67 Prozent) halten Fracking für unsicher, nur jeder Sechste (17 Prozent) hält die Methode für sicher.

In den USA, wo intensives Fracking seit einiger Zeit für sinkende Gaspreise sorgt, ist die Methode allerdings ungleich beliebter. In einer YouGov-Umfrage gaben dort in diesem März 36 Prozent der Befragten an, dass sie Fracking für sicher hielten. Und immerhin knapp jeder dritte Amerikaner (30 Prozent) befürwortet den Ausbau des Frackings.

Auf Basis des YouGov Omnibus wurden 1035 Personen im Zeitraum vom 3.04. bis 7.04.2015 repräsentativ befragt.

Fotos: Orlin Wagner/AP/Press Association Images

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