Transparenter Lohn: Mehrheit der Deutschen ist gegen Gesetz

Transparenter Lohn: Mehrheit der Deutschen ist gegen Gesetz
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Zwei Drittel sprechen mit Freunden und Familie über ihr Gehalt. Eine gesetzliche Pflicht zur Transparenz lehnen viele aber ab.

In Schweden sind alle Gehälter öffentlich einsehbar. Für jeden. Ganz so weit geht selbst ein neuer Vorstoß der Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig nicht. Sie plant ein Gesetz, mit dessen Hilfe sich Angestellte grundsätzlich über die Gehälter ihrer Kollegen mit der gleichen Tätigkeit informieren können – allerdings nicht über das Gehalt einzelner Mitarbeiter.

Trotzdem befürchten Verbände unter anderem, dass gerade in kleinen Unternehmen mit wenigen Mitarbeitern der Datenschutz einem solchen Gesetz entgegenstehen könnte. Zudem warnen sie vor einer möglichen Neiddebatte und einem hohen Aufwand gerade für kleine Unternehmen. Befürworter des Vorstoßes hingegen sehen in einem solchen Gesetz eine Möglichkeit, etwas für die Lohngerechtigkeit gerade zwischen Männern und Frauen zu tun.

In der deutschen Bevölkerung wird ein solches Gesetz allerdings abgelehnt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen YouGov-Umfrage. Demnach ist etwas mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Deutschen gegen Schwesigs Vorschlag. 37 Prozent würden dem Vorschlag zustimmen.

Ohnehin reden viele Deutsche schon jetzt mit anderen über Geld. Immerhin knapp jeder Dritte (31 Prozent) sagt, dass er sich mindestens hin und wieder mit Freunden und Familie über sein Gehalt unterhält. Ein weiteres Drittel (33 Prozent) der Deutschen tauscht sich „im Ungefähren“ mit Freunden und Familie über das Thema aus. Nur 21 Prozent sprechen dort nie über ihr Gehalt.

Seltener geht es unter Kollegen um das Thema Geld. 40 Prozent sprechen gar nicht mit anderen Mitarbeitern über ihr Gehalt. Bei etwa genauso vielen (41 Prozent) kommt das Thema mindestens hin und wieder im Kollegenkreis auf. Allerdings bleibt die Mehrzahl von ihnen dabei "im Ungefähren".

Auf Basis des YouGov Omnibus wurden 1.000 Personen im Zeitraum vom 2. bis 4.03.2015 repräsentativ befragt.

Foto: Joe Giddens/PA Archive/Press Association Images / Julien Behal/PA Wire (Umfragebild)

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