Drei von vier Deutschen sprechen sich für Impfpflicht aus

Drei von vier Deutschen sprechen sich für Impfpflicht aus
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80 Prozent glauben, dass Impfungen wirksam sind.

In Berlin wüten die Masern. Knapp 500 Fälle wurden in der Bundeshauptstadt in diesem Jahr registriert. Ein Junge ist am Montag an der Krankheit schon gestorben. Und die Politik diskutiert über eine Impfpflicht, wie es sie zum Beispiel in den 70er-Jahren gegen Pocken gab. Seit 1979 gilt diese Krankheit als ausgerottet.

Das Gleiche könnte man laut Forschern auch über Masern sagen, wenn mehr Kinder geimpft würden. Dafür müsste eine Impfquote von 95 Prozent erreicht werden. Auch deshalb würde die Regierung die Eltern von Kleinkindern – einer der Risikogruppen – die Impfung vorschreiben. Gegner einer solchen Impfpflicht meinen aber, dass dies eine „extreme Bevormundung“ sei.

Dass Impfungen im Allgemeinen wirksam sind, ist relativ unbestritten. Nicht nur unter Medizinern, sondern auch in der Bevölkerung. Das geht aus einer aktuellen YouGov-Umfrage hervor. Vier Fünftel der Deutschen glauben demnach, dass Impfungen das tun, was sie versprechen. Lediglich jeder Zehnte glaubt dies nicht.

Besonders Ostdeutsche befürworten Impfpflicht

Auch eine Impfpflicht würde auf breite Zustimmung stoßen. Drei von vier Deutschen (74 Prozent) geben an, dass sie eine solche Pflicht befürworten würden. Jeder Fünfte (21 Prozent) ist gegen eine Pflicht.

Im Osten Deutschlands, wo es zu DDR-Zeiten gegen viele Krankheiten eine Impfpflicht gab, ist die Zustimmung sogar noch größer: Hier sind 86 Prozent dafür, nur jeder Achte (12 Prozent) dagegen. Im Westen ist die Ablehnung mit 24 Prozent doppelt so groß. Keine Unterschiede gibt es hingegen zwischen Menschen, in deren Haushalt Kinder unter 18 leben und solchen, bei denen dies nicht der Fall ist.

Verhältnismäßig groß ist die Ablehnung einer Impfpflicht dagegen bei Anhängern von Bündnis 90/Die Grünen. Denn obwohl die Grünen-Wähler noch häufiger an die Wirksamkeit von Impfungen glauben als in der Gesamtbevölkerung (91 Prozent gegenüber 81 Prozent), sprechen sich mit 32 Prozent deutlich mehr dagegen aus, dass Eltern dazu gezwungen werden sollten.

Und auch, wenn sich eine deutliche Mehrheit für eine Impfpflicht gegen Krankheiten wie Masern ausspricht: Grippeimpfungen sind nicht so beliebt. Für sie sprechen sich in etwa so viele Menschen aus wie sie ablehnen (47 Prozent zu 46 Prozent).

Auf Basis des YouGov Omnibus wurden 1.000 Personen im Zeitraum vom 23.02. bis 25.02.2015 repräsentativ befragt.

Foto: Gareth Fuller/PA Archive/Press Association Images

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