Ukraine: Deutsche glauben nicht an Feuerpause

Ukraine: Deutsche glauben nicht an Feuerpause
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In Deutschland glauben nur wenige, dass der Friedensfahrplan für die Ukraine überhaupt noch umgesetzt werden kann.

Die vereinbarte Feuerpause zwischen den ukrainischen Regierungstruppen und den Separatisten war von Anfang an brüchig. Obwohl seit vergangenem Sonntag eigentlich die Waffen schweigen und schwere Waffen von der Frontlinie abgezogen werden sollten, beklagen beide Seiten andauernde Angriffe der jeweils anderen Seite.

Nach Meinung vieler Deutscher werden die Kämpfe auch noch weitergehen. Denn nur 9 Prozent der Befragten - weniger als jeder Zehnte - gaben in einer repräsentativen YouGov-Umfrage an, zu glauben, dass der Friedensfahrplan "bestimmt" oder "wahrscheinlich" noch umgesetzt werde. 22 Prozent sagen, dass er vielleicht umgesetzt wird, 40 Prozent glauben, dass er "wahrscheinlich nicht" mehr umgesetzt wird. Und knapp jeder Vierte (23 Prozent) ist sich sogar sicher: Der Friedensfahrplan wird "bestimmt nicht" mehr umgesetzt.

Einer der wichtigsten Verhandlungspartner bei dem Treffen in Minsk, auf dem die Waffenruhe eigentlich vereinbart worden war, war der russische Präsident Wladimir Putin. Russland ist - zumindest offiziell - keine Konfliktpartei im Ukraine-Konflikt, unterstützt aber die Separatisten und hat großen Einfluss auf sie. Zwar war es die russische Führung, die im UN-Sicherheitsrat eine Resolution einbrachte, in der die andauernden Kämpfe verurteilt werden. Doch im Westen wird Putin selbst ein Bruch der Waffenruhe vorgeworfen.

Auch die deutsche Bevölkerung glaubt nicht daran, dass Putin seinen Teil dazu beitragen wird, dass der Friedensplan eingehalten wird. Lediglich 4 Prozent der Befragten glauben, dass Putin "bestimmt" zu einem Gelingen beitragen wird, 9 Prozent glauben, dass er dies "wahrscheinlich" tut. Dagegen glaubt jeder Dritte (33 Prozent), dass Putin "wahrscheinlich nicht" zu einer Umsetzung des Friedensplanes beiträgt, und gut jeder Vierte ist der Meinung, dass er dies "bestimmt nicht" tun wird.

Unterschiede zwischen Ost und West

Aber wie sollte Angela Merkel eigentlich mit Wladimir Putin umgehen? Sollte sie eher diplomatisch bleiben, um die Beziehungen zu Russland nicht zu belasten? Oder doch lieber hart verhandeln, um deutsche Interessen durchzusetzen? Hier sind sich die Deutschen uneinig: 42 Prozent plädieren für hartes Verhandeln, während 49 Prozent für eine diplomatischere Vorgehensweise ist. Allerdings unterscheiden sich hier die Bewohner der Alten Bundesländer von jenen der Neuen: Während in Ostdeutschland nur 31 Prozent für hartes und mit 60 Prozent fast doppelt so viele für diplomatisches Verhandeln sind, ist das Verhältnis der beiden Lager im Westen fast ausgeglichen (44 Prozent hart Verhandeln, 47 Prozent diplomatisch sein).

Bei der allgemeinen Beurteilung des Kreml-Chefs sind sich Ost und West wiederum relativ einig. So sind im Westen drei von vier Menschen (75 Prozent) Wladimir Putin gegenüber negativ eingestellt, im Osten sind es mit 69 Prozent kaum weniger. Lediglich jeder Sechste (Ost) bzw. Siebte (West) gibt an, dem russischen Präsidenten positiv gegenüber eingestellt zu sein. Deutschlandweit stehen ihm 15 Prozent positiv und 73 Prozent negativ gegenüber.

Auf Basis des YouGov Omnibus wurden 1.025 Personen im Zeitraum vom 17.02. bis 19.02.2015 repräsentativ befragt.

Foto: Alexander Zemlianichenko/AP/Press Association Images/Maximilian Clarke /Demotix/Press Association Images (Umfragebild)

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