Umfrage: Mehrheit der Deutschen befürwortet Karenzzeit für Politiker

Umfrage: Mehrheit der Deutschen befürwortet Karenzzeit für Politiker

Ein Jahr Karenzzeit für Politiker, die in die Wirtschaft wechseln wollen. So steht es im Gesetzentwurf zur Karenzzeit, den das Bundesinnenministerium Ende 2014 vorlegte. Vor allem der Wechsel des ehemaligen Kanzleramtsministers Pofalla zum Deutschen Bahn Konzern trug maßgeblich zur Forderung eines Gesetzes bei.

Auch die Mehrheit der deutschen Bevölkerung fordert eine Karenzzeit für Politiker. Wie eine YouGov-Umfrage zeigt, sprechen sich fast zwei Drittel (65 Prozent) der Deutschen für eine Sperrfrist aus, 17 Prozent lehnen eine solche ab. Auffallend ist dabei besonders die steigende Zustimmung mit dem Alter. Während mit 40 Prozent weniger als die Hälfte der 18 bis 24 Jährigen für eine gesetzliche Karenzzeit für Politiker sind, begrüßen diese drei Viertel der ab 55 Jährigen.

Über die Länge der Karenzzeit herrschen ebenfalls Unstimmigkeiten. Zwar sind sich sowohl Jung als auch Alt darüber einig, dass bis zu sechs Monate Sperrfrist zu wenig ist, ob jedoch ein, zwei oder mehr als drei Jahre eine angemessene Zeit ist, sehen die verschiedenen Altersklassen unterschiedlich.

Insgesamt halten die Bundebürger mit 28 Prozent am häufigsten eine Sperrfrist von mehr als drei Jahren für angemessen. Dicht dahinter ist ein Zeitraum von ein bis unter zwei Jahren (27 Prozent). Während die 18 bis 24 Jährigen mit 42 Prozent am meisten ein bis unter zwei Jahre als eine angemessene Karenzzeit sehen, sind es bei den 55 Jährigen und älter nur 30 Prozent.

Die Befragungsergebnisse zeigen, dass die durch den Bundestag angesetzte Karenzzeit von einem Jahr nicht unbedingt der gewünschten Sperrfrist der deutschen Bevölkerung entspricht.

Auf Basis des YouGov Omnibus wurden 1.068 Personen im Zeitraum vom 01.10 bis 06.10.2014 repräsentativ befragt.

Bild: dpa

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