Alnatura: Sachlich erfolgreich und in der Nische einsame Spitze

Alnatura: Sachlich erfolgreich und in der Nische einsame Spitze

Es läuft ziemlich rund für Alnatura, den Biolebensmittelhersteller und -händler aus Hessen. Der Umsatz steigt seit 2006 jedes Jahr, die Mitarbeiterzahl auch, im Juli wurde der Bau einer neuen, größeren Unternehmenszentrale bekannt gegeben. Und der ungebrochene Trend, dass die Verbraucher immer mehr Biolebensmittel kaufen, dürfte Alnatura – einer der größten der Branche – auch mittelfristig auf dieser Erfolgsschiene verbleiben helfen.

Doch der Erfolg Alnaturas zeigt sich im YouGov Markenmonitor BrandIndex nicht so richtig. Und das bedeutet: Alnatura könnte es kurz- und mittelfristig doch nicht so leicht haben, wie manche Nachrichten es zurzeit vermuten lassen. Das positive Gefühl in der breiten Bevölkerung will sich nicht so richtig einstellen.

Der Index, das Gesamtimage sozusagen, fasst die Werte vieler Einzelkategorien zusammen: Alnatura liegt hier bei +27 Punkten (auf einer Skala von -100 bis +100). Ein guter Wert, der höher ist als etwa der von Real und Globus. Aber: Alnatura konnte sich nicht steigern. Seit etwa einem Jahr schwankt der Wert zwischen +25 und +29 Punkten, ein klarer Aufwärtstrend ist nicht zu erkennen.

Bei der Qualität ist das ganz ähnlich: Mit +38 Punkten wird Alnatura eine geringere Qualität bescheinigt als Aldi, schneidet aber besser ab als Lidl, Kaufland und Reformhaus. Doch das war vor einem Jahr genauso. Alnatura konnte trotz des wirtschaftlichen Erfolgs die Qualitätswahrnehmung der eigenen Marke bei den Verbrauchern nicht steigern. Gleiches gilt für die Kundenzufriedenheit: Diejenigen, die bei Alnatura einkaufen, sind heute nicht zufriedener als noch vor einem Jahr.

Das liegt nicht etwa daran, dass Alnatura schon Top-Werte erreicht, die sich praktisch nicht mehr steigern ließen. Es ist noch Luft nach oben. In der Kategorie Preis-Leistungs-Verhältnis ist sogar eine negative Entwicklung zu beobachten: Diejenigen, die die Marke Alnatura kennen, bescheinigen ihr, dass sie heute weniger fürs Geld bietet als im Herbst 2013.

Doch das alles soll Alnatura nicht entmutigen. Der Bekanntheitsgrad in der breiten Bevölkerung steigt: Vor einem Jahr kannten 45 Prozent der Deutschen die Marke Alnatura, heute sind es 48 Prozent. Damit sagt die Marke viel mehr Verbrauchern etwas als die Mitbewerber „Denn’s Biomarkt“ und „Basic“ – was sicherlich auch daran liegt, dass Alnatura sowohl der Name für den Biomarkt als auch für die Bioprodukte ist (die zum Beispiel auch im Drogeriemarkt dm verkauft werden). Anders bei Denn‘s Biomarkt: Die Kette gehört zur Dennree-Gruppe, die mit ihrem Biomarkt neben Dennree eine eigene Marke geschaffen hat.

Zur vollständigen WiWo-Kolumne gelangen Sie hier.

Bild: dpa

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