Umfrage: Ein Fünftel der Deutschen nicht gegen Masern geimpft

Umfrage: Ein Fünftel der Deutschen nicht gegen Masern geimpft

Jeder fünfte Erwachsene in Deutschland ist einer Umfrage zufolge nicht gegen Masern geimpft. 21 Prozent haben demnach keinen Impfschutz gegen das Virus, 12 Prozent wissen nicht, ob sie immunisiert wurden. Das ergab eine repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa. Nicht erfasst wurde in der Umfrage, ob die Interviewten bereits einmal an Masern erkrankt waren. Nach einer Masern-Infektion ist man in der Regel immun gegen das Virus.

Nur 67 Prozent der Interviewten gaben an, gegen Masern geimpft zu sein. Für die Ausrottung der Krankheit sind aber weltweit Quoten von über 95 Prozent nötig. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat sich dieses Ziel bis 2015 auf die Fahnen geschrieben. Seit 1973 gehört die Immunisierung zu den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission in Deutschland.

Nach den Ergebnissen der YouGov-Umfrage ist eine deutliche Mehrheit von 76 Prozent der Befragten für eine deutschlandweite Impfpflicht gegen bestimmte Krankheiten. Ärztevertreter und Politiker hatten zuletzt verpflichtende Schutzimpfungen ins Gespräch gebracht, darunter zwischenzeitlich auch Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP). Zudem erwägt das Gesundheitsministerium, nichtgeimpfte Schüler bei einem Masern-Ausbruch in ihrer Schule künftig auf Zeit vom Unterricht auszuschließen. Bisher geht das nur bei bereits erkrankten Kindern.

Mediziner empfehlen, Kinder bis zum 23. Lebensmonat zweimal gegen Masern zu impfen, damit der Schutz zuverlässig wirkt. Rund zehn Prozent der 524 befragten Elternteile haben dies der YouGov-Umfrage zufolge nach eigenen Angaben bislang versäumt. Die Gründe dafür sind unterschiedlich: Früher sei die Doppel-Impfung unüblich gewesen, Kinderärzte hätten das nicht empfohlen oder sogar abgeraten. Einige der Befragten gaben allerdings an, «Impfgegner» zu sein und Impfungen für einen «der zahlreichen Irrglauben unserer Wissenschaft» zu halten. «Gilt für mich als Kinderkrankheit, die man durchmachen kann und muss», lautete eine weitere Begründung für den Verzicht auf die zweifache Masern-Impfung.

Für mehr als drei Viertel der Interviewten sind die Masern keine harmlose Kinderkrankheit. Das systematische Impfen wird in der Praxis entsprechend unterschiedlich gehandhabt: 82,3 Prozent haben laut der Umfrage einen Impfpass, 15,3 Prozent verzichten auf das Dokument. 2,4 Prozent wissen es nicht.

Auf Basis des YouGov Omnibus wurden 1.051 Personen vom 12. bis 15. Juli 2013 repräsentativ befragt.

Bild & Text: dpa

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