Pferdefleisch-Skandal belastet Image der Supermärkte

Pferdefleisch-Skandal belastet Image der Supermärkte

Als die Presse ab Mitte Januar über Spuren von Pferdefleisch in Tiefkühllasagnen berichtete, gefunden bei Lebensmittelkontrollen in Irland, war noch nicht abzusehen, dass sich die Geschichte bald zu einem der größten Lebensmittelskandale in der Geschichte Europas und Deutschlands auswachsen würde. Mittlerweile entdecken die deutschen Behörden hierzulande immer mehr undeklariertes Pferdefleisch in Lebensmitteln. Umweltministerin Ilse Aigner zufolge sei man bisher in 40 von 533 amtlichen Proben fündig geworden.

Man sei selbst Opfer der betrügerischen Fleisch-Produzenten und die Kritik, etwa in Bezug auf mangelnde Kontrollen, voreilig und nicht gerechtfertigt, heißt es seitens der Unternehmen. Mit Rückrufaktionen und öffentlichen Erklärungen versucht der Handel, den Imageschaden in Grenzen zu halten. Ein Blick in den YouGov-Markenmonitors BrandIndex zeigt, dass dies auch zum Teil gelingt. Obwohl der Skandal in Deutschland seit rund zwei Wochen Top-Thema in der öffentlichen Diskussion ist, zeigen die Imagewerte betroffener Handelsketten nur verhältnismäßig geringe Einbußen.

Mit einer Ausnahme: Unter den Vertretern des klassischen Lebensmitteleinzelhandels sackt Metro-Tochter Real – dort gab es einen der ersten Pferdefleischfunde – besonders stark ab, von rund +56 Punkten auf +39 Punkte. Somit dürfte der Skandal insbesondere die Verantwortlichen bei Real noch einige Zeit beschäftigen. Die Konkurrenzmarken Kaiser’s und Tengelmann verlieren kaum, bewegen sich aber ohnehin bereits auf vergleichsweise schwachem Niveau. Rewe und Edeka, zwei besonders starke Player im Lebensmitteleinzelhandel, müssen bislang auch eher kleine Einbußen verkraften.

Auch Aldi kann sich glücklich schätzen: Das Ansehen des Discounters hat noch keinen sichtbaren Schaden erlitten, der Indexwert pendelt wie gewohnt unauffällig um die +60 Punkte-Marke. Und wie so oft: Des einen Leid, ist des anderen Freud: Die Gewinner im Buzz sind die Bio-Supermärkte. Sowohl Alnatura als auch Reformhaus können in den vergangenen zwei Wochen deutlich im Buzz zulegen. Der Skandal dürfte somit den Bio-Trend des vergangenen Jahres weiter verstärken.

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Bild: dpa

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