Das YouGov Wahlmodell für die Bundestagswahl 2017

 

Finale Aktualisierung am 22. September 2017

Das vorliegende Modell ist unser erster Versuch mittels eines MRP-Modells den Ausgang der Bundestagswahl vorherzusagen. Wir möchten zunächst darauf hinweisen, dass jede Modellschätzung Fehlern unterliegt, die wir durch die Berechnung sogenannter Konfidenzintervalle, d.h. Spannweiten um unsere Schätzwerte, verdeutlicht haben. Auch wenn vergleichbare Modelle bei vergangenen Wahlen in den USA und UK bereits gute Vorhersagen liefern konnten, hat die Übertragung des Modells für die Bundestagswahl einige besondere Herausforderungen gehabt:

  • Das Modell beruht auf kleineren Stichproben – im Vergleich zu den USA & UK wurde nur ca. ein Fünftel der Stichprobengröße erhoben.
  • Der U.S. Census und das Office of National Statistics in England veröffentlichen umfangreiche Mikrodaten ihrer Umfragen zur freien öffentlichen Nutzung. Diese Daten sind eine wichtige Grundlage für die Berechnung des Modells. Leider gibt es für Deutschland keine vergleichbaren öffentlich-zugänglichen Daten.
  • Die Vorhersagen für die beiden letzten Wahlen in den USA und UK konnten durch die Berechnung von Abweichungen zwischen Modell und dem Ergebnis früherer Wahlen kalibriert werden. Da dies der erste Einsatz unseres Modells in Deutschland ist, stützt sich die Berechnung der Konfidenzintervalle im Vergleich dazu eher auf plausiblen Modellannahmen statt empirischer Berechnung.

Wir glauben fest daran, dass solchen Modellen - ausgehend aus der Kombination aus Befragungsdaten und Big-Data - die Zukunft der Wahlforschung gehört. Wir laden jeden dazu ein, sich gemeinsam mit uns auf die Reise zu machen, um bessere und genauere Vorhersagen in der Zukunft zu ermöglichen.

In unserer letzten Aktualisierung des Modells am heutigen Freitag, errechnen wir einen Stimmanteil von 36% für die CDU / CSU (mit einem Konfidenzintervall von 33% zu 39%). Das würde bedeuten, dass die CDU / CSU zwischen 239 und 274 Sitze im nächsten Bundestag erhält (mit 256 als Mittelwert). Wir schätzen, dass die SPD 25% der Stimmen erhalten wird (Intervall von 22% zu 28%) und sich damit 176 Sitze (155-199) sichern kann. Bzgl. der drittstärksten Partei erwartet das Modell entweder die AfD oder die Linke. Unsere Berechnungen sehen die AfD aktuell mit 12% (10%-14%) etwas vor der Linken mit 10% (9%-12%). Etwas schwächer werden nach unseren Schätzungen die FDP mit 7% (6%-9%) und die Grünen mit 7% (5% -8%) abschneiden.

Ausgehend von diesen Zahlen ist davon auszugehen, dass als einzige Zweier-Koalition die Fortführung der großen Koalition aus CDU/CSU und der SPD eine Mehrheit im Bundestag erzielen würde. Ebenfalls eine Mehrheit hätte mit hoher Wahrscheinlichkeit eine „Jamaika-Koalition“ aus CDU/CSU, FDP und den Grünen.

Wir erwarten, dass der Zweitstimmenanteil der CDU/CSU im Vergleich zu 2013 sinken wird. Da CDU/CSU aber dennoch den überwiegenden Großteil der Direktmandate gewinnen wird, sagt das Modell voraus, dass der neue Bundestag durch die Notwendigkeit von Überhang- und Ausgleichsmandaten deutlich größer sein wird als bisher. Unsere Schätzung liegt bei 686 Sitzen (mit einem Konfidenzintervall von 656 bis 728 Sitzen).

Zurück zum Wahlmodell

Kontakt

Haben Sie Fragen?
Bitte füllen Sie das Formular aus und wir melden uns bei Ihnen.