Wahlforschung bei YouGov – Häufig gestellte Fragen (F.A.Qs)


Q: Millionen von Menschen haben keinen Internetzugang. Wie ist es möglich, dass Sie die Ansichten der ganzen Gesellschaft präsentieren?

A: Als das Internet noch neu war, war es in der Tat unmöglich verlässliche Umfragen online durchzuführen, da zu wenige Menschen einen Internetzugang hatten. Jetzt ist ein Internetzugang in jeder relevanten demografischen Gruppe verbreitet, insgesamt nutzen knapp 80% der deutschen Erwachsenen das Internet. Online Umfragen sind in der Lage eine ausreichende Anzahl von Frauen wie auch Männer, über 60-Jährige wie unter 30-Jährige, Menschen mit unterdurchschnittlichen sowie überdurchschnittlichen Einkommen, zu erreichen. Nationale Umfragen repräsentieren daher die gesamte Bevölkerung.

Q: Ist es einfacher für Telefon-Umfrage-Institute eine repräsentative Stichprobe zu erreichen, da heutzutage so gut wie jeder über einen Telefonanschluss verfügt?

A: Nicht unbedingt. Es gibt eine Vielzahl von Gründen warum Telefon-Umfrage-Institute Schwierigkeiten haben, eine wirklich repräsentative Stichprobe zu erreichen. Sie neigen dazu, besonders die Personen zu erreichen, die die meiste Zeit zu Hause verbringen und am ehesten gewillt sind mit Fremden zu sprechen. Personen, die viel unterwegs sind, Anrufbeantworter nutzen, ungerne mit fremden Personen sprechen, oder ausschließlich ein Mobiltelefon nutzen, werden weniger häufig erreicht.

Q: Aber vielleicht unterscheiden sich die Menschen in Ihrer Stichprobe, die alle online sind, in signifikanten Aspekten von denen, die nicht online vertreten sind, auch wenn sie der Allgemeinheit demographisch ähneln?

A: Alle Institute sehen sich mit der Herausforderung konfrontiert, nur die Meinungen und Ansichten von Personen zu berücksichtigen, die erreicht wurden, und die Meinungen, derer die nicht erreicht wurden, schätzen zu müssen. Selbst wenn die demografischen Daten richtig sind, wie kann man sicher sein, dass die Personen die an der Umfrage teilnehmen genauso sind wie der Rest der Bevölkerung? Darauf kann man nur antworten, dass YouGov versucht, Ergebnisse zu produzieren, die nicht nur demographisch repräsentativ, sondern auch Einstellungsrepräsentativ sind. Wir gewichten unsere Rohdaten, nicht nur nach Alter, Geschlecht, Bildung und Region, sondern auch nach der zuletzt gewählten Partei, dem politischen Interesse und der langfristigen Parteineigung.

Q: Sie erwähnten „gewichten“. Zeitungsartikel über Umfragen sagen oft die Daten wurden „gewichtet“. Was bedeutet das?

A: Jede repräsentative Umfrage beinhaltet eine Gewichtung, unabhängig davon ob sie online, face-to-face oder am Telefon durchgeführt wurde. Dies wird getan, um sicherzustellen, dass die veröffentlichten Ergebnisse die Grundgesamtheit repräsentieren. Zum Beispiel machen Männer 48 Prozent der Wahlquote aus und Frauen 52 Prozent. Die Rohdaten eines gut konstruierten Fragebogens werden nah an dieser Verteilung liegen, aber nicht unbedingt mit diesen Zahlen exakt übereinstimmen. Angenommen die Verteilung in den Rohdaten beträgt 50 Prozent Männer und 50 Prozent Frauen. Wir würden die Antworten der Männer leicht „runtergewichten“ (sodass die Antworten von 50 Prozent der Männer wie 48 Prozent der Männer zählen) und die Antworten der Frauen leicht „hochgewichten“ (sodass die Antworten von 50 Prozent zählen als wären es 52 Prozent).

In Wirklichkeit ist diese Aufgabe natürlich viel komplexer als im Beispiel, so werden Faktoren wie Alter, Bildungsgrad, Region, Geschlecht, Wahlverhalten usw. in die Gewichtung miteinbezogen.

Q: Sind ihre Umfragen nicht durch Selbst-Selektion gefährdet, da Menschen mit stärkeren Ansichten zu einem Thema diese verzerren – und so nicht die Bevölkerung insgesamt repräsentiert wird?

A: Nein. Wenn wir die Ansichten der allgemeinen Öffentlichkeit erheben, wählen wir die Teilnehmer der Umfrage zufällig aus. Nur die von uns ausgewählten Personen dürfen an der Umfrage teilnehmen. Wenn wir denen die Erhebung als E-Mail verschicken, geben wir das Thema der Umfrage nicht an. Außerdem ist unser Incentive System so konzipiert, dass es Menschen, die sich nicht für das Thema interessieren, sowie diejenigen die eine starke Meinung dazu haben, anspricht. Das bedeutet wir haben eine Mischung von Personen mit unterschiedlich starken Ansichten zu Themen in den Umfragen.

Q: Wie groß sind ihre Stichproben – und wie vergleicht man die mit Stichproben von klassischen Methoden?

A: Die meisten bevölkerungsrepräsentativen YouGov Umfragen basieren auf einer Stichprobe von mindestens 2.000 Personen. Bei der Auswertung der Wahlabsicht werden Antworten wie „Weiß nicht“ oder „ich wähle nicht“ eliminiert, und basiert daher auf Stichproben von rund 1.500 Personen bei YouGov.

Q: Warum spielt die Stichprobengröße eine Rolle?

A: Weil die Gefahr eines zufälligen Stichprobenfehlers mit der Stichprobengröße zusammenhängt: je kleiner die Stichprobe, desto größer ist die Gefahr eines solchen Stichprobenfehlers. In einer Stichprobe von 550, können wir sicher sein, dass in 19 von 20 Fällen der wahre Wert – als das Ergebnis das rausgekommen wären, wenn die gesamte Bevölkerung mit den gleichen Methoden befragt worden wäre – im Bereich von 4 Prozentpunkten (zufälliger Stichprobenfehler) innerhalb des veröffentlichten Ergebnissen liegt. Der zufällige Stichprobenfehler bei einer Stichprobe von 1000 Personen liegt bei 3 Prozent, bei 1500 bei 2,5 Prozent und bei einer Stichprobengröße von 2000 bei 2 Prozent. Größere Stichproben erlauben auch einen Blick auf die Subgruppen, wie die weiblichen Wähler oder SPD Wähler, die genauer gemessen werden können.

Q: Gibt es nicht die Gefahr eines „Panel Effekts“: Das heißt durch die regelmäßige Befragung werden YouGov’s Panelisten konditioniert und sind nicht mehr repräsentativ für die Wähler als Ganzes?

A: Es kommt selten vor, dass die Panelteilnehmer zu einer ähnlichen oder selben Frage (z.B. Wahlabsicht) mehrmals befragt werden. Paneleffekte sind damit nicht erheblich. Jedoch führen wir von Zeit zu Zeit Vergleiche zwischen den Ergebnissen von „neuen“ und „wiederholten“ Antworten durch, wobei wir jedoch keine Variation gefunden haben.

Q: Wie können Sie behaupten, dass die Befragten nicht einfach schnelle, zufällige und schludrige Antworten geben, anstatt ihre wahren Ansichten angeben?

A: Wie jedes Markt- und Meinungsforschungsinstitut können auch wir nicht gänzlich garantieren, dass kein einziger Befragter gelogen oder nicht ernsthaft geantwortet hat. Es existiert aber auch kein Anhaltspunkt, dass dies ein ernst zu nehmendes Problem ist. Manchmal befragen wir Teilnehmer bei ausgewählten Fragen erneut, um die Konsistenz der Antworten zu überprüfen – und finden nur einen kleinen oder gar keinen Beweis, dass jemand versucht gegenüber YouGov falsche Angaben zu machen. Es gibt allerdings Anhaltspunkte, dass viele Menschen gewillt sind ehrlicher zu antworten, wenn sie Fragen anonym am Computer bearbeiten, als wenn sie dies gegenüber einem Fremden, wie z.B. einem Interviewer, tun. Außerdem stehen sie nicht unter Zeitdruck, wenn sie einen Online-Fragebogen beantworten. Sie können sich so viel Zeit nehmen, wie sie möchten – ein Grund warum Online-Umfragen besser sind als Telefon- oder Face-to-face-Umfragen, wenn es um komplexe Fragestellungen geht, die Zeit zum Nachdenken benötigen.

Q: Wie beugt man vor, dass z.B. extremistische Menschen aus jeglichen Richtungen sich bei den YouGov Panel anmelden um die Ergebnisse zu beeinflussen?

A: Wenn wir politische Umfragen durchführen, ist die Mehrheit der Teilnehmer proaktiv durch andere sorgfältig ausgewählte Websites und Offline-Quellen rekrutiert. Wir überwachen genau die Minderheit, die sich direkt über den Besuch der YouGov Website registriert. Gibt es plötzlich Abweichungen bei diesen Rekrutierten, behalten wir uns die Option vor, diese aus dem Panel auszuschließen. Es sollte aber beachtet werden, dass jede Organisation, die versucht unsere Ergebnisse um 10 Prozentpunkte zu beeinflussen, mehr als 5000 Menschen dazu infiltrieren müsste. Dieser Versuch würde dann schnell entdeckt werden.

Q: Wie stellt YouGov sicher, dass die Umfragen „ehrlich und genau“ sind?

A: YouGov Deutschland arbeitet streng nach den Richtlinien des Berufsverband Deutscher Markt- und Sozialforscher e.V. (BVM), des Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute (ADM) und der Deutschen Gesellschaft für Online-Forschung (DGOF).

 
 

Political Research bei YouGov – Häufig gestellte Fragen (F.A.Qs)


Ist YouGov Deutschland Teil einer Regierung?

Nein, wir sind eine unabhängige kommerzielle Organisation, komplett getrennt von der Regierung und gelistet bei der Alternative Investment Market (AIM).

Hat die Regierung Einfluss auf die Arbeit die Sie machen?

Nein, wir sind eine unabhängige kommerzielle Organisation.

Führt YouGov nur Wahlforschung durch?

Nein. Auch wenn wir in der Gesellschaft für unsere Wahlforschung bekannt sind, macht dies nur einen kleinen Teil unseres Umsatz in Deutschland aus..

Ist YouGov Political geführt von Unterstützern der Partei XYZ?

Unvermeidlich besteht das Political Team aus Menschen, die sich für Politik interessieren. Dabei repräsentieren sie aber die ganze Breite an politischen Ansichten. Als kommerzielles Markt- und Meinungsforschungsinstitut ist es unser Job exakte, unabhängige und objektive Messungen durchzuführen und diese Ansichten und Meinungen zu berichten.

Ich habe an einer Umfrage teilgenommen, die Ergebnisse wurden aber nicht veröffentlicht. Warum veröffentlichen Sie nur einen Teil der Ergebnisse?

Jedes Jahr führt YouGov eine Vielzahl von Umfragen für unterschiedliche Kunden durch. Die Mehrheit dieser Umfragen ist für den privaten Gebrauch durch unterschiedliche Gruppen, wie Unternehmen und Organisationen gedacht. Diese Umfrageergebnisse werden nicht veröffentlicht. Die Entscheidung, welche Teile veröffentlicht werden und wann, liegt allein beim Kunden.

Sind die Gerüchte, die ich über ein Umfrageergebnis gehört habe wahr?

Wir kommentieren niemals unveröffentlichte Ergebnisse oder Umfrageergebnisse, die nicht von uns durchgeführt werden. Alle veröffentlichten Resultate sind auf der YouGov Website verfügbar und stehen im Archiv als Download zur Verfügung. Jedes Gerücht, wie das Ergebnis einer unveröffentlichten Umfrage lautet, ist nur eins: Spekulation.

Lehnen Sie auch die Zusammenarbeit mit bestimmten Kunden ab?

Ja, regelmäßig. Wir arbeiten mit Experten, akademischen Forschern, Interessengruppen und Parteien des gesamten demokratischen Spektrums. Dabei müssen alle Kunden mit dem arbeiten, was YouGov als faire, neutrale und ausgewogenen Fragen bewertet. Wir arbeiten in engem Kontakt mit unseren Kunden, wenn sie aber drauf bestehen Fragen zu nehmen, auf die diese Kriterien nicht zutreffen, lehnen wir eine Zusammenarbeit ab.

Sind Ihre Umfragen nicht verzerrt, da jeder teilnehmen kann?

Prinzipiell kann jeder sich registrieren, um an den YouGov Umfragen teilzunehmen, aber nur die Personen, die wir für eine bestimmte Umfrage kontaktieren, können an ihr teilnehmen – und das nur einmal. An den Fragen in der „Mitmachen“ Rubrik auf der YouGov Website darf jeder teilnehmen, aber diese werden getrennt von den veröffentlichten Umfragen behandelt.

 

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