NSA-Skandal gefährdet Image beteiligter Marken

NSA-Skandal gefährdet Image beteiligter Marken

Nur selten betrifft eine Nachricht so viele Menschen so persönlich: Millionen Nutzer von Internetdiensten können offenbar von US-Geheimdiensten ausspioniert werden. Die Kunden machen die betroffenen Unternehmen aber nicht zu den Hauptverantwortlichen. Noch nicht.

Ein Blick in den YouGov-Markenmonitor BrandIndex zeigt, dass das Image der von der PRISM-Affäre betroffenen Unternehmen bisher kaum in Mitleidenschaft gezogen wird. Unter anderem die Logos von Google, Facebook, Hotmail, AOL, Yahoo, Apple und Skype sind auf den veröffentlichten Geheimunterlagen zu sehen. Unternehmen, die auch deshalb viele Kunden haben, weil sie ein gutes Image haben. Allen voran Google, das konstant mehr als +80 Imagepunkte im BrandIndex erreicht. Auch Microsoft ist in der Spitzengruppe, Skype bewegt sich mit rund +60 Punkten im Mittelfeld. Das Image von Apple und Yahoo ist schon deutlich schlechter: Apple hält sich so gerade über der +30-Punkte-Marke, Yahoo liegt leicht darunter. Einzig Facebooks Image ist dauerhaft negativ. Aktuell liegt das Unternehmen bei -11 Punkten.

Trotzdem zeichnet sich ab, dass die PRISM-Leaks gefährlich für einige der genannten Unternehmen werden könnten. Facebook etwa hatte mit -27 Punkten noch im Februar einen Negativrekord für die vergangenen zwei Jahre gesetzt, aber schien den Abwärtstrend jetzt endlich gestoppt zu haben. Das zeigt auch der Buzz an, die Komponente in BrandIndex, die angibt ob eine Marke gerade positiv oder negativ im Gespräch ist. Oft tief im negativen Bereich, wurde in der ersten Juniwoche etwas weniger negativ über das Soziale Netzwerk gesprochen – vor allem von jungen Leuten unter 30 Jahren. Doch diese wichtige Zielgruppe scheint besonders sensibel auf Schnüffeleien zu reagieren. Der Buzz fällt bei den Jungen seit Bekanntwerden der Geheimdienst-Aktionen steil ab. Das ist in der Regel ein guter Indikator für die Entwicklung des Index, also des Images des Unternehmens.

Auch der Riesenkonzern Google ist vor einem Imageverlust nicht gefeit. Da hilft es auch nicht, wenn Chef Larry Page im Unternehmensblog eine Prism-Beteiligung dementiert. Der Buzz fast aller im BrandIndex vertretener Google-Produkte befindet sich seit gut einer Woche im freien Fall – ob Youtube, Google+ oder Google Maps.

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Bild: dpa